Pakistan
Taliban tötet 54 Menschen

Die Serie der schweren Anschläge in Pakistan reicht nicht ab. Nur einen Monat nach der Flutkatastrophe tötet die radikal-islamische Taliban bei einem Bombenattentat 54 Menschen. Die gezielten Angriffe soll die Lage im krisengeschüttelten Land destabilisieren.
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HB QUETTA. Einen Monat nach Beginn der Flutkatastrophe verüben Extremisten in Pakistan wieder verstärkt schwere Anschläge. Bei einem Selbstmordattentat auf eine schiitische Solidaritätskundgebung für Palästinenser im südwestlichen Quetta wurden am Freitag nach Polizeiangaben mindestens 54 Menschen getötet und rund 160 verletzt. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu diesem Anschlag und auch zu der Anschlagserie vom Mittwoch auf eine schiitische Prozession in Lahore. Dabei waren 33 Menschen gestorben. Ein Mensch wurde außerdem am Freitag bei einem weiteren Selbstmordanschlag im Nordwesten getötet.

Experten vermuten, dass die Islamisten mit solchen Angriffen gezielt die wegen der Überschwemmungen ohnehin in Bedrängnis geratene pakistanische Regierung destabilisieren wollen. Große Teile der Bevölkerung klagen über mangelnde Hilfe und fühlen sich von den Politikern im Kampf gegen die Fluten im Stich gelassen. Nun dürfte auch Kritik neu aufflammen, dass die Regierung nicht für ausreichend Sicherheit im Land sorgen kann.

„Leider werden die Überschwemmungen in Pakistan wahrscheinlich auch die Einsätze der pakistanischen Armee in Nord-Waziristan für einige Zeit verzögern“, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates bei einem Truppenbesuch im Nachbarland Afghanistan.

Die Amerikaner sehen Pakistans Nordwesten als Rückzugsgebiet der Taliban, die von dort aus Anschläge in Afghanistan vorbereiten. Sie drängen die pakistanische Regierung deshalb zum verstärkten militärischen Vorgehen gegen die Extremisten in dem schwer zugänglichen, gebirgigen Gebiet. Bei Angriffen einer US-Drohne in dem Gebiet wurden am Freitag Geheimdienstkreisen zufolge sieben Extremisten getötet - darunter zwei Ausländer.

Die Lage in Pakistan spitzt sich damit an mehreren Fronten zu. Neben den Gewaltausbrüchen leiden die Menschen nach wie vor unter der Flut und deren Folgen. Unzählige sind obdachlos, krank und völlig entkräftet, weil sie zu wenig zu essen und trinken haben. Die Regierung schätzt die Schäden auf 43 Mrd. Dollar, damit droht auch eine Wirtschaftskatastrophe.

Kommentare zu " Pakistan: Taliban tötet 54 Menschen"

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  • Taliban töten 54 Muslime was sollen diese Meldungen. Wo Muslime auf der Welt leben, ist der Tod ihr begleiter. Ob in indien,Pakistan, irak in U-bahnen und öffentlichen Plätzen in Deutschland zu oft sind Muslime die Täter. Niemand regt sich auf von den Muslimen und versucht mal eine bewegung zu gründen, die gegen Gewalt ist und das deutlich zeigt. Aber darauf kann wohl lange gewartet werden.

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