Pakistan
Terrorangriff auf Kricket-Team in Pakistan

Bei einem spektakulären Terrorangriff auf das sri-lankische Kricket-Team in der ostpakistanischen Stadt Lahore sind mindestens fünf Polizisten aus der Eskorte der Spieler getötet worden. Der Gouverneur der ostpakistanischen Provinz Punjab, Salman Taseer, machte radikalislamische Terroristen verantwortlich.

HB ISLAMABAD/COLOMBO/NEU DELHI. Sri Lankas Sportminister Gamini Lokuge berichtete dem Parlament in Colombo, sechs Spieler seien bei dem Angriff am Dienstag verletzt worden. Lahores Polizeichef Haji Habibur Rehman sagte, fünf Polizisten hätten ihr Leben gegeben, um die Gäste aus Sri Lanka zu beschützen. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden insgesamt zwölf Menschen verletzt. Der Angriff hat wegen der großen Beliebtheit Krickets in Südasien hohe Symbolkraft und ist vergleichbar mit einem Terroranschlag auf eine Fußball-Nationalmannschaft in Europa.

Der Gouverneur der ostpakistanischen Provinz Punjab, Salman Taseer, machte radikalislamische Terroristen verantwortlich. "Das sind dieselben Menschen, die die Angriffe von Mumbai (Bombay) ausgeführt haben", sagte er in Anspielung auf die Terrorserie im vergangenen November in der westindischen Wirtschaftsmetropole. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Rehman sagte, rund ein Dutzend Männer hätten den Konvoi der Nationalmannschaft in der Stadtmitte Lahores angegriffen. Die Angreifer konnten entkommen. Der ebenso spektakuläre wie brutale Angriff sandte auch Schockwellen nach Indien aus, wo die Entwicklung in Pakistan mit großer Sorge verfolgt wird.

"Wird sind über diesen Vorfall schockiert", sagte der indische Innenminister Palaniappan Chidambaram. Außen-Staatssekretär Anand Sharma sagte, Terrorgruppen in Pakistan hätten erneut bewiesen, dass sie fähig seien, jederzeit zuzuschlagen. Er forderte erneut den "Abbau terroristischer Strukturen" in Pakistan. Indien hat Hintermänner aus Pakistan für die Angriffe von Bombay mit mehr als 170 Toten verantwortlich gemacht. Die Terrorserie vor gut drei Monaten hatte die Beziehungen zwischen den benachbarten Atommächten schwer belastet. Neu Delhi hatte eine Tour der indischen Kricket- Nationalmannschaft durch Pakistan nach der Terrorserie abgesagt.

Zu dem Angriff kam es in einem wohlhabenden Stadtviertel Lahores, wenige hundert Meter vom Gaddafi-Stadion entfernt. In dem Stadion sollten die Mannschaften Sri Lankas und Pakistans am Dienstag den dritten Tag eines fünftägigen Matches bestreiten. Das Spiel wurde abgesagt. Die sri-lankische Nationalmannschaft kündigte ihre Rückkehr in die Heimat an.

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