Pakistan
Viele Tote bei Anschlag in Peshawar

Bei einem Anschlag auf einen Bus sind in der pakistanischen Stadt Peshawar am Freitag nach Behördenangaben mindestens 41 Menschen getötet worden. Der schwere Selbstmordanschlag erfolgte auf einem belebten Markt.
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HB PESHAWAR. Der Chefarzt des Lady-Reading-Hospitals, Alamgir Shinwari, sagte, 62 weitere Menschen seien verletzt worden. Viele Opfer seien bei der Detonation zerfetzt worden, was den Behörden das Zählen der Opfer erschwere. Der Informationsminister der Nordwest-Grenzprovinz, Mian Iftikhar Hussain, hatte zuvor gesagt, mindestens 30 Menschen seien getötet und bis zu 100 weitere verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand.

Die Polizei in der Provinzhauptstadt teilte mit, der Attentäter habe sich in einem Auto mit Artilleriegranaten und knapp 50 Kilogramm hochexplosivem Sprengstoff in die Luft gesprengt. In dem wenige hunderte Meter entfernten Provinzratsgebäude fand zum Zeitpunkt des Anschlags eine Ratssitzung statt. Auf Fernsehbildern waren mehrere zerstörte Fahrzeuge und ein Bus zu sehen, den die gewaltige Druckwelle auf die Seite geworfen hatte. Mehrere Läden auf dem Khyber-Markt wurden beschädigt.

„Ich sah nackte Leichen und Verletzte“, sagte ein Ladenbesitzer namens Mohammad Kamran. „Einige Leichen von Frauen und Kindern steckten in den beschädigten Autos fest. Ich sah einen Mann, der seine beiden Beine verloren hatte und trotzdem versuchte, aus einem Bus zu kriechen.“ Der Ladenbesitzer fügte hinzu: „Das war alles so furchtbar, dass ich zu weinen begann.“

Am Dienstag waren bei einem Anschlag auf das Büro des Welternährungsprogramms in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad fünf Menschen getötet worden. Zu dieser Tat bekannten sich die Taliban. Die Islamisten haben in jüngster Zeit als Antwort auf eine Offensive der Armee gegen ihre Hochburgen eine Serie von Anschlägen verübt.

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