Pakistan
Zahlreiche Tote bei Anschlag nahe Islamabad

Ein Selbstmordattentat erschüttert Pakistan: Bei dem Angriff auf eine Prozession schiitischer Muslime kamen mindestens 16 Menschen um Lebens, zahlreiche Teilnehmer wurden verletzt.
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Ein Selbstmordattentäter hat in der Nacht zu Donnerstag eine Prozession schiitischer Muslime angegriffen und dabei mindestens 16 Menschen getötet. Der Bombenanschlag ereignete sich bei der bei Islamabad gelegenen Stadt Rawalpindi, wie ein Sprecher der Rettungskräfte mitteilte. Demnach wurden mindestens 62 Menschen durch die Detonation verwundet. Die Gläubigen hätten gerade eine schiitische Gebetsstätte verlassen, als sich der Angriff ereignet habe. Der etwa 18 Jahre alte Attentäter habe eine Sprengstoffweste getragen und sei mit Handgranaten bewaffnet gewesen.

Die Polizei habe den Angreifer zunächst durchsuchen wollen, als er sich der Prozession anschließen wollte, sagte der ranghohe Beamte Hasseb Shah. Allerdings sei der Attentäter an den Polizisten vorbeigerannt und habe seinen Sprengstoff zur Explosion gebracht, als die Gläubigen gerade eine schiitische Gebetsstätte verlassen hätten. Zudem habe er auch Granaten bei sich getragen, die zum Teil explodiert seien. Die Kombination aus Sprengstoff und Granaten habe vermutlich zu den hohen Opferzahlen geführt, sagte Shah.

Schiiten stellen etwa 20 Prozent der mehr als 180 Millionen Pakistaner. Die Minderheit begeht derzeit den Trauermonat Muharram, der am Sonntag mit dem Trauerfest Aschura endet. Sunnitische Extremisten wie die Taliban greifen immer wieder Schiiten an. So wurden auch in der südpakistanischen Hafenstadt Karachi bei zwei Bombenanschlägen in der Nacht zum Donnerstag nach Angaben der Polizei insgesamt zwei Menschen getötet.

Rawalpindi liegt direkt neben der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, wo am Donnerstag Staats- und Regierungschefs aus acht vorwiegend muslimischen Ländern zusammenkommen wollen. Neben dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi wollen auch sein iranischer Amtskollege Mahmud Ahmadinedschad und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an dem Gipfeltreffen teilnehmen.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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