Palästina
Hamas-Vertreter mit 639 000 Euro an Grenze erwischt

Der Sprecher der palästinensischen Hamas-Bewegung ist mit 639 000 Euro in den Taschen am Grenzübergang von Ägypten zum Gaza-Streifen aufgehalten worden. Er hatte das Geld unter seiner Kleidung verborgen und um den Bauch gewickelt – es soll sich um Spenden arabischer Staaten handeln.

HB GAZA. Nach Angaben europäischer Beobachter, die den Grenzverkehr im Rahmen eines internationalen Abkommens überwachen, entdeckten Mitarbeiter der palästinensischen Zollbehörde das Geld bei Sami Abu Suhri, dem wichtigsten Sprecher der Extremisten-Bewegung. Der Vorfall schien zugleich Öl ins Feuer der Auseinandersetzung zwischen der Hamas und der Fatah von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zu gießen. Sicherheitskräfte der rivalisierenden Gruppen rasten zu dem Grenzübergang und bezogen Stellung.

Bei dem Geld handelte es sich dem Hamas-Abgeordneten Muschir al-Masri zufolge um Spenden arabischer Staaten an die palästinensische Regierung. Es sei für palästinensische Gefangene in israelischen Gefängnissen gedacht, sagte er. Abu Suhri weigerte sich zunächst, den Grenzübergang ohne die Summe zu verlassen. Er habe aber schließlich die Zusage erreicht, dass das Geld bald frei gegeben werde, sagte Suhri. Als er den Übergang verließ, zogen sich auch die herbeigeeilten Sicherheitskräfte zurück.

Seit dem Regierungsantritt der Hamas im März haben die USA und die EU ihre Hilfszahlungen eingestellt und die Palästinenser-Verwaltung steht inzwischen vor einem finanziellen Zusammenbruch.

Der Chef des Grenzübergangs, Samir Abu Nahla, sagte, Abu Suhri habe das Geld unter seiner Kleidung verborgen und um den Bauch gewickelt gehabt. „Dies war illegal“. Der Übergang wird von Abbas' Präsidentengarde geschützt. Da die Europäische Union (EU) sich weigert, mit der radikalen Hamas-Regierung zusammenzuarbeiten, war diese Lösung arrangiert worden, um den Verbleib der europäischen Beobachter zu ermöglichen. Der europäische Einsatz ist Teil einer von den USA vermittelten Vereinbarung, unter der Israel nach seinem Rückzug aus dem Gazastreifen im vergangenen Sommer einer Übergabe des Übergangs an die Palästinenser zustimmte.

Abbas und die Hamas haben vor zwei Tagen eigene Truppen in Gaza stationiert, nachdem die Spannungen zwischen ihren Anhängern immer wieder zu Gewalt führte. Allein seit Anfang Mai wurden dabei fünf Menschen getötet. Abbas Fatah hat die Parlamentswahl im Januar haushoch an die Hamas verloren und unterstützt eine Zusammenarbeit mit Israel. Die Hamas lehnt das Existenzrecht Israels ab.

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