Palästinenser bei Luftangriffen getötet
Israelische Offensive im Gaza-Streifen

Israelische Soldaten haben bei Luftangriffen im Gazastreifen am Freitagabend mehrere Palästinenser getötet.

HB GAZA. Bei einem Luftangriff kamen Sicherheitskreisen zufolge zwei palästinensische Extremisten ums Leben, als die Armee ein Auto im Norden des Küstengebiets beschoss. Bei einem weiteren Vorfall im Norden starben Augenzeugen zufolge ebenfalls zwei Palästinenser. Auch hier habe es einen Luftangriff Israels gegeben, hieß es. Zudem griff Israels Militär offenbar eine von der radikalen Hamas geführte Polizeitruppe an, die in der Stadt Rafah in einem Geländewagen unterwegs war. Während es in Kreisen der Hamas hieß, die vier Männer seien tot, sagten Vertreter eines palästinensischen Krankenhauses, es gebe lediglich Verletzte. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem jeweiligen Berichten.

Darüber hinaus schoss Israels Luftwaffe am Freitagabend in Beit Hanun im Gaza-Streifen auf eine Moschee. Rettungskräfte und Vertreter der Sicherheitsbehörden berichteten, dabei seien drei Menschen verletzt worden. Ein Armee-Sprecher sagte, der Angriff habe sich gegen Extremisten gerichtet, die sich im Freien an einer Bombe zu schaffen gemacht hätten.

Nur Stunden zuvor waren in Beit Hanun zwei palästinensische Frauen erschossen worden. Israels Armee erklärte, sie prüfe, ob ihre Soldaten auf die Frauen geschossen hätten. Nach Angaben von Augenzeugen und israelischer Armee hatten mehrere Dutzend Frauen einen „menschlichen Schutzschild“ zwischen Soldaten und 60 in einer Moschee verschanzten Palästinensern gebildet. Die palästinensischen Kämpfer seien über Nachbarhäuser entkommen, die Moschee eingestürzt, hatte es geheißen.

Israel ging den dritten Tag in Folge in Beit Hanun gegen Palästinenser vor. Die Stadt ist von israelischen Truppen eingeschlossen. Nach Armeeangaben sollen mit dem massivsten Einsatz seit dem Sommer Stellungen der radikalen Hamas ausgeschaltet werden, von denen immer wieder Raketen auf Israel abgeschossen werden. Seit Beginn der Militäraktion sind mindestens 22 Palästinenser und ein israelischer Soldat getötet worden. Östlich von Beit Hanun wurde am Freitag ein radikaler Palästinenser von israelischen Soldaten getötet, als diese mit Panzern nach Dschabalja vordrangen, einer Extremistenhochburg.

Die Offensive dürfte die ohnehin geringen Friedensaussichten zwischen Palästinensern und Israel weiter vermindert haben. Seit dem Wahlsieg der radikal-islamischen Hamas, die Israel vernichten will, sind die Beziehungen auf einem Tiefpunkt. Das israelische Kabinett hatte am Donnerstag beschlossen, die Offensive fortzusetzen, um Druck auf die Hamas auszuüben. Israel will auch einen von Palästinensern entführten Soldaten befreien.

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