Palästinenser schworen Rache
Hamas-Mitglieder bei israelischem Angriff getötet

Bei einem neuen israelischen Raketenangriff im Gazastreifen sind am Samstag mindestens zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet worden.

HB/dpa GAZA/JERUSALEM. Nach Angaben von Augenzeugen feuerten Kampfhubschrauber mehrere Raketen auf ein Fahrzeug in dem Flüchtlingslager El Bureidsch südlich der Stadt Gaza ab. Das Auto ging in Flammen auf. Dabei wurde auch ein unbeteiligter Passant schwer verletzt. Nach Krankenhausangaben handelte es sich bei den Getöteten um Abdullah Akel und Farid Majet, Mitglieder des militärischen Hamas-Arms Issedin el Kassam.

Dutzende von Einwohnern der Lager rannten zu dem Ort des Angriffs, um das Feuer in dem Fahrzeug zu löschen und die Insassen zu bergen. Die aufgebrachten Palästinenser riefen „Allahu Akbar!“ und schworen Rache an Israel. Es war der fünfte Angriff dieser Art im Gazastreifen innerhalb von zehn Tagen. Israel hatte die Liquidierungen wieder aufgenommen, nachdem bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag in Jerusalem 22 Menschen - einschließlich des Attentäters - ums Leben kamen. Bei den Luftangriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben insgesamt 13 Palästinenser getötet worden, darunter mehrere Unbeteiligte.

Israelische Medien berichteten unterdessen am Samstag, Israel und die USA befürchteten einen raschen Sturz der Regierung des gemäßigten palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas. Sowohl Israel als auch die USA übten starken Druck auf die Palästinenser aus, um eine Niederlage von Abbas bei einem Vertrauensvotum im Palästinenserparlament vermutlich am kommenden Donnerstag zu verhindern, hieß es. Beide Führungen hätten klargemacht, dass eine Zusammenarbeit mit einer neuen Regierung von Vertrauten des Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat nicht in Frage käme und ein Sturz von Abbas den Chancen zur Umsetzung des internationalen Friedensplans sowie der Einrichtung eines unabhängigen Palästinenserstaates erheblich schaden würden.

Der palästinensische Parlamentspräsident Ahmed Kurei betonte allerdings am Samstag, Ziel der anstehenden Sitzung sei nur ein Bericht von Abbas über die ersten hundert Tage seiner Regierung. Die Vertrauensfrage solle erst bei einer späteren Versammlung nach einer Bewertung des Berichts durch verschiedene Ausschüsse gestellt werden.

Israel wirft Arafat vor, gemeinsam mit seinem neuen Sicherheitsberater Dschibril Radschub den Sturz von Abbas und dessen Sicherheitsministers Mohammed Dachlan zu betreiben. Stattdessen wolle er eine „Marionettenregierung“ einsetzen. Seit dem Amtsantritt von Abbas im Frühling ist es immer wieder zu offenen Machtkämpfen mit Arafat gekommen. Den israelischen Medienberichten zufolge üben die USA auch Druck auf die Regierung in Jerusalem aus, mit Gesten des guten Willens den Stand von Abbas in den Augen der palästinensischen Bevölkerung zu verbessern.

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