Palästinensische und libanesische Häftlinge sollen freikommen
Israel will Gefangenenaustausch mit Hisbollah

Das israelische Kabinett hat einem Gefangenenaustausch mit der Hisbollah zugestimmt. Der Forderung, einen seit über 20 Jahren inhaftierten Libanesen freizulassen, will Israel aber nicht nachkommen.

HB BERLIN. Nach mehrstündiger Debatte hat das israelische Kabinett am Sonntag mit knapper Mehrheit einem Gefangenenaustausch mit der Untergrundorganisation Hisbollah zugestimmt. Laut Medienberichten stimmten zwölf Minister für den Austausch, elf dagegen.

Die Vereinbarung sieht den Angaben zufolge vor, dass Israel mehr als 400 palästinensische und libanesische Häftlinge freilässt. Im Gegenzug soll der israelische Geschäftsmann Elhana Tannenbaum freikommen. Außerdem sollen die Leichen von drei getöteten israelischen Soldaten übergeben werden.

Das Abkommen ist innerhalb der israelischen Regierung nicht unumstritten. Neben dem Ministerpräsidenten Ariel Scharon unterstützte auch der Heereschef Generalleutnant Mosche Jaalon die Vereinbarung. Kritisch äußerten sich dagegen der Chef des Geheimdienstes Mossad, Meir Dagan, und der Chef des Sicherheitsdienstes Schin Bet, Avi Dichter. Dagan fürchtet demnach, dass das Ansehen der Hisbollah durch das Abkommen in der arabischen Welt gestärkt werden könnte. Die Freilassung so vieler Gefangener könnte zudem als Ermutigung für weitere Entführungen aufgenommen werden.

Israel will den Forderungen der Hisbollah jedoch nicht vollständig nachkommen. So soll der Libanese Samir Kantar nicht freigelassen werden. Zumindest jetzt noch nicht, wie Bauminister Effi Eitam im Rundfunk sagte. Kantar hatte 1979 eine israelische Familie getötet.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte allerdings den Austausch aller Gefangenen am Samstag zur Bedingung für eine Einigung in der Frage des Gefangenenaustauschs gemacht.

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