Panama Papers
Für die einen legal, für die anderen Skandal

Die isländische Opposition stellt einen Misstrauensantrag gegen den Regierungschef, die französische und spanische Staatsanwaltschaft ermitteln und Messi meldet sich zu Wort: Wie die Welt auf Panama Papers reagiert.
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Madrid, Moskau, Paris, Stockholm, Tokio, WienDer internationale Medienverbund ICIJ (The International Consortium of Investigative Journalists) um die „Süddeutsche Zeitung“ hat dubiose Offshore-Finanzgeschäfte von Reichen, Berühmten und Mächtigen in Panama offengelegt und so weltweit für Wirbel gesorgt. Die Veröffentlichung eines immensen Datensatzes, der mehr als 14.000 Personen mit Offshore-Firmen in Verbindung bringt, warf gleichzeitig Fragen zu der ausgeprägten Nutzung von Steueroasen und die Umgehung von Finanzaufsichten auf.

Während einige Staaten Sofortmaßnahmen ankündigen und wie in Australien ermitteln, reagieren andere Länder gelassener – oder abwehrend. Unsere Korrespondenten berichten.

Die australische Steuerbehörde etwa teilte am Montag mit, dass sie im Zuge der Enthüllungen wegen möglicher Steuerhinterziehung gegen mehr als 800 wohlhabende Australier ermittele. Mehr als 120 davon seien mit einem Offshore-Dienstleister in Hongkong in Verbindung gebracht worden.

Der neuseeländische Premierminister John Key wies die Beschreibung durch den Medienverbund zurück, wonach sein Land zu den 21 Steueroasen zähle, die von Mossack Fonseca genutzt worden seien. „Steueroasen befinden sich dort, wo es eine Geheimhaltung von Informationen gibt“, sagte er. Dies treffe nicht auf Neuseeland zu.

Die Familie von Pakistans Premier Nawaz Sharif dagegen ging nach der Kritik in die Offensive. „Diese Wohnungen gehören uns und diese Offshore-Firmen gehören auch uns“, sagte Sharifs Sohn Hussain am Montag dem Fernsehsender Geo. „Es ist nichts Falsches daran, und ich habe sie nie versteckt und auch nicht vor, das zu tun.“

Das britische ebenso wie das pakistanische Gesetz erlaube, „unnötige Steuern durch Offshore-Firmen" zu vermeiden, sagte Hussain. Da er seit 1992 nicht mehr in Pakistan lebe, sei er zudem nicht verpflichtet, sein Vermögen in dem Land zu deklarieren. Angesichts von Forderungen des Oppositionspolitikers Imran Khan nach Ermittlungen sagte Hussain, die Familie sei zur vollen Zusammenarbeit mit den Ermittlern bereit.

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  • Üble Unterstellungen gegen Schäuble. ICh glaube das er gerne ein wenig restriktiver mit unserem Geld bei der Griechenrettng umgegangen wäre, aber von der Mergel und dem Koalitionsfreden gezwungen wurde.
    Gabrel sein Vorschlag jetzt für Deutsche Hartzer mehr Geld auszugeben ist absurd. Jeder Euro deer ausgegeben wird muß verdient werden. Wenn ich 50 Milliarden für Flüchtlinge ausgebe dann müssen steuern erhöht werden. Am besten mit einem Solidarzuschlag auf die MWST, dann zahlen alle. Auch die die nicht arbeiten

  • Der SchwarzGeldKofferträger Schäuble ist doch der Gleiche! Den gibts immer noch.

  • Der SchwarzGeldKofferträger Schäuble ist doch der Gleiche! Den gibts immer noch.

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