Panik bricht im Wahlkampf aus
Journalist in Beirut getötet

Bei einer Autobombenexplosion in Beirut ist am Donnerstag ein für seine anti-syrische Haltung bekannter Journalist ums Leben gekommen. Der Anschlag löste eine Panik aus.

HB BEIRUT. Am Wagen des Reporters Samir Kassir hatten die Attentäter einen Sprengsatz angebracht und mit der Zündung gekoppelt. Als Kassir losfahren wollte, ging die Bombe hoch. Eine Frau, die mit ihm im Wagen gesessen hatte, wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt.

Der Anschlag auf den Journalisten ereignete sich in dem vornehmlich von Christen bewohnten Stadtteil Aschrafija in Ost-Beirut. Der gebürtige Palästinenser arbeitete für die libanesische Zeitung „All-Nahar“. Im März und April hatte es in Ost-Beirut und in der christlichen Kleinstadt Broumana bereits vier Sprengstoffanschläge gegeben, bei denen drei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden waren. Die Täter wurden nicht gefasst.

Der Anschlag auf Kassir ist der erste Terrorakt seit Abzug der syrischen Armee Ende April. Am 14. Februar hatten Unbekannte Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri und 20 weitere Menschen in Beirut getötet.

Der aktuelle Anschlag löste eine Panik aus. Menschen liefen durch die Straßen und riefen „Explosion, Explosion“. Übergangsministerpräsident Nadschib Mikati, der sofort zum Tatort eilte, sagte: „Wir werden alles tun, um die Schuldigen zu finden, die versuchen, den Frieden in diesem Land zu gefährden.“

Die libanesische Parlamentswahl hatte am vergangenen Sonntag in Beirut begonnen. An den kommenden drei Sonntagen wird in den restlichen Landesteilen gewählt. Es wird erwartet, dass die Politiker, die den Abzug der Syrer gefordert hatten, die Mehrheit erhalten werden.

Am Sonntag hatte das Wahlbündnis von Saad Hariri alle 19 Mandate in der Hauptstadt gewonnen. Der Sohn des ermordeten Ex-Regierungschef ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und war erst nach dem Tod vor einigen Wochen auf der politischen Bühne erschienen.

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