Panne beim Abwurf über Kobane
US-Waffen landeten womöglich beim IS

Wo landen Waffen, die US-Flugzeuge über Kobane abwerfen? Das Pentagon weiß es nicht, zumindest für eine der Lieferungen. Am Montag hieß es, diese sei zerstört worden. Jetzt kommt heraus: Vielleicht hat sie auch der IS.
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WashingtonDas Pentagon hält es für möglich, dass für Kurden bestimmte Waffen versehentlich in die Hände der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gelangt sind. Von den 28 über das Wochenende über der syrischen Stadt Kobane abgeworfenen Bündeln mit Waffen habe mindestens eines sein Ziel nicht erreicht, sagte Pentagonsprecher John Kirby am Dienstag.

Bestätigen könne er Berichte, nach denen der IS die Waffen in Besitz genommen hat, aber nicht. „Die kurze Antwort ist: Wir wissen es nicht.“

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle landete mindestens ein Waffenabwurf in den Händen des IS. Auf einem am Dienstag im Internet hochgeladenen Video zeigen Extremisten zunächst eine auf einem Feld niedergegangene Fallschirmladung. In den dann präsentierten Munitionskisten sind Mörsergranaten zu erkennen. Da diese zu den Waffen gehörten, die abgeworfen wurden, sei das Versehen durchaus möglich, sagte Kirby.

Am Montag hatte das Zentralkommando in Florida noch mitgeteilt, dass in der Nähe von Kobane eine herrenlose Ladung Waffen zerstört wurde. Damit wolle man verhindern, dass diese in die falschen Hände geraten. Kirby sagte dagegen am Dienstag, dass das Bündel zwar getroffen wurde. Ob es tatsächlich zerstört wurde, sei aber nicht klar. Selbst wenn ein Bündel sein Ziel nicht erreicht habe, sei die Erfolgsquote der Abwürfe aber äußerst hoch.

424 Millionen Dollar für Einsatz gegen IS

Die USA haben für ihren militärischen Einsatz im Irak und in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat bisher geschätzte 424 Millionen Dollar (gut 330 Millionen Euro) ausgegeben. Diese Zahl gab Kirby am Dienstag bekannt. Die Luftangriffe und unterstützende Aktionen wie Überwachungsflüge kosteten pro Tag durchschnittlich fast acht Millionen Dollar, sagte er weiter.

Im Irak beginnen die Soldaten seinen Angaben zufolge auch dank der Unterstützung der USA und ihrer Verbündeter langsam, Boden gegen die Kämpfer des IS gutzumachen. In der syrisch-kurdischen Stadt Kobane kontrollierten die kurdischen Kämpfer nicht zuletzt dank der Luftangriffe der US-geführten Allianz die meisten Stadtteile.

Kirby räumte aber ein, es gebe beim Zurückdrängen der IS-Extremisten nur langsam Fortschritte. Wann die Wende geschafft werden könne, sei nicht vorherzusagen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Panne beim Abwurf über Kobane: US-Waffen landeten womöglich beim IS"

Alle Kommentare

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  • @ Teito Klein

    "Dümmer geht's wohl nimmer."

    Bei solchen Abwürfen über einem sehr engen Gebiet kommt das vor, da es immer eine gewisse Streuung gibt. Schließlich kann man nicht landen oder tief fliegen, denn dann verliert man auch das Transportflugzeug durch Abschuß.

    Allerdings hätten die Amis die Waffen viel früher, als die Kurden noch mehr Stadtteile kontrollierten, abwerfen können, denn dann wäre das Zielgebiet größer gewesen. Warum DAS nicht geschah, ist der eigentliche Skandal.

  • US-Waffen landeten womöglich beim IS?

    Es ist doch toll, wie Zielgenau die Amis deutsche Handgranaten bei IS abgeworfen haben.
    Es zeigt wider einmal, die Amis versuchen mit solchen Aktionen die BRD in Misskredit zu bringen, damit am Ende jeder Syrer die BRD vor einem US-Gericht verklagen kann, soviel zu unseren sogenannten US-Freunden.

    Keine weiteren deutschen Waffen in Kriegsgebiete.

  • Die USA versorgen die Terrormiliz IS mit Waffen
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    Dümmer geht's wohl nimmer.
    Erst behauptete das Pentagon, die Waffen seien zerstört worden; nachdem der IS ein Video veröffentlichte in dem Mörsergranaten zu sehen sind, räumte das Pentagon ein, dass die Waffen eventuell in der Hand der Terroristen gefallen sein könnten.

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