Panne im Weißen Haus
Wie Steve Bannon Trumps Pläne leakte

Sein Treffen mit Trumps Chef-Strategen Steve Bannon im Weißen Haus lässt ein US-amerikanischer Rabbi per Foto festhalten – und gewährt damit Einblicke auf die legendäre To-do-Liste der Trump-Regierung.
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BerlinEin Selfie aus dem Weißen Haus gewährt interessante Einblicke in die Planungen der Trump-Regierung. Denn als Steve Bannon, Chefstratege im Weißen Haus, sich am Unabhängigkeitstag Israels mit dem prominenten Rabbi Shmuley Boteach traf, hielt dieser das Treffen auf mehreren Fotos fest. Dabei stets im Hintergrund: Die legendäre Do-do-Liste der Trump-Regierung.

Rabbi Shmuley postete die Bilder später für seine 240.000 Follower bei Twitter. Nun kann sich der interessierte Leser im Netz anschauen, wie die Trump-Regierung ihre Prioritäten setzt. Zwar ist auf keinem Foto das gesamte White-Board zu sehen, doch in Kombination der Bilder sind etliche Punkte deutlich zu lesen.

Ganz oben auf der To-do-Liste: „Obamacare außer Kraft setzen und ersetzen.“ An zweiter Stelle steht ein Komplex mit Änderungen der Steuergesetzgebung, beispielsweise „Körperschaftssteuer senken" und „Erbschaftssteuer beseitigen“. Beide Punkte fanden Einzug in Trumps Steuerplan, den der US-Präsident zuletzt vorgestellt hatte.

Weiter unten folgen Punkte wie „Subventionierung von Zufluchtsstätten streichen“ oder „5000 zusätzliche Grenzwächter einstellen“. Auch die Mauer zu Mexiko findet sich in der Mitte der Tafel wieder: „Grenzmauer bauen und Mexiko dafür bezahlen lassen.“ Die Tafel liest sich somit als Leitfaden für Trumps Handeln. Allerdings zeigen die verschiedenen Fotos nicht alle Spalten der Liste, wie Reporter berichten, die die Tafel persönlich gesehen haben.

Was den kundigen Leser irritieren könnte: Einige Punkte sind abgehakt, obwohl sie mitnichten erledigt sind. So steht hinter „Syrisches Flüchtlingsprogramm aussetzen“ und „Immigrationsstop aus terrorgefährdeten Regionen“ ein Haken. Beide Erlasse waren von Trump unterzeichnet worden. Doch der Supreme Court kassierte beide Anordnungen wieder ein.

Über das White-Board wurde in der Vergangenheit viel gemunkelt, der Tafel wird eine große Bedeutung zugemessen. Schließlich stehen Trumps Ideen dort, bevor sie in den US-Kongress eingebracht werden. Journalisten hatten das White-Board zwar schon zuvor beschrieben – Fotos existierten allerdings noch nicht.

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