Panzerkolonne in der Ostukraine?
Kiew wirft Russland Truppenbewegungen vor

Aussage gegen Aussage: Sowohl Kiew als auch Moskau werfen sich gegenseitig Provokation vor. Der ukrainische Präsident spricht gegenüber der Bundeskanzlerin von einer Eskalation der Lage. Merkel zeigt sich besorgt.
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Moskau/KiewDer proeuropäische ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel eine Verschärfung der Lage in der Unruheregion Donbass beklagt. Es gebe Rückschritte in dem zuletzt vereinbarten Entspannungsprozess, sagte der Staatschef am Freitag. „Das führt zu einer Eskalation des Konflikts“, sagte er dem Präsidentenamt zufolge.

Das Militär in Kiew sprach unterdessen sogar von einer russischen Panzerkolonne, die angeblich in ukrainisches Gebiet vorgestoßen sei. Die Militärführung legte keine Beweise vor. Russland wies dies wie in der Vergangenheit als „provozierende Mitteilung“ zurück.

In der Mitteilung von Poroschenko war keine Rede von einer Intervention des russischen Militärs. Der Staatschef beklagte allerdings, dass die im September in der weißrussischen Hauptstadt Minsk vereinbarte Waffenruhe zwischen prorussischen Separatisten und Vertreter der Ukraine gebrochen werde.

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich zuletzt ebenfalls besorgt gezeigt über den „Bürgerkrieg“. Die Situation sei am Donnerstag Thema bei einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates in Moskau gewesen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Von ukrainischer Seite werde weiter auf die Stellungen der Aufständischen geschossen.

Das ukrainische Militär hält sich nach eigenen Angaben an die Feuerpause. Geschossen werde nur bei Angriff. Sicherheitsratssprecher Andrej Lyssenko teilte in Kiew mit, es seien dabei erneut fünf Soldaten getötet worden. Nach ukrainischen Angaben wurden bei Kämpfen am Flughafen Donezk auch 200 Separatisten getötet. Es gab keine unabhängige Bestätigung dafür.

Die ukrainische Führung sieht sich bisweilen auch im eigenen Land Vorwürfen ausgesetzt, mit der Lage in der Ostukraine von den schweren Problemen im Land abzulenken. Auch zwei Wochen nach der Parlamentswahl gibt es kein Endergebnis. Die prowestlichen Kräfte ringen nach ihrem Sieg weiter um eine Koalitionsbildung. Die wirtschaftlichen Probleme nehmen unterdessen zu. Die Währungsreserven der Zentralbank sanken auf 12,6 Milliarden US-Dollar – so wenig wie zuletzt 2005. Die Landeswährung Griwna sank auf einen neuen Tiefstand. Dem Land droht der Bankrott.

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  • Russische Panzer in Neurussland
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    Die Ukraine und die Nato haben Truppenbewegungen an der Grenze zu Luhansk und Donezk beobachtet. Es sollen Panzer und Truppentransporter die Grenze zur Ukraine überfahren haben.
    Putin spricht von "Phantasiepanzern". Die gibt es gar nicht. Russland hat keine Panzer, keine Kampfjets, keine U-Boote, etc.
    Das ist nur eine Provokation des Westens.

  • "...proeuropäische ukrainische Präsident Petro Poroschenko..."

    Auch diese Attribute heben den Schokoprinz mit Waffenladen nicht annähernd auf das Niveau von Putin.
    Diese Pseudo-Regierung in Kiew sollte mal lieber etwas für ihr Volk tun, als immer nur nach dem Land im Osten zu gieren. Aber Oligarchen haben nun mal kein Interesse dem Volk zu dienen, sondern nur dem eigenen Geldbeutel. Das wird teuer, für Deutschland.

  • Walter Schimpf,
    ja, hatten wir schon.
    Deutschland hat in den letzten Hundert Jahren Russland schon zwei Mal angegriffen, Russland aber Deutschland noch nie
    Dazu brauchten wer erst eine stramme DDR-Frau, den Kriegshetzer Gauck und die Flintenuschi
    Frauen scheinen gewalttätiger als Männer
    Fällt der Presse das alles nicht auf?
    Die Journalisten werden doch selbst betroffen sein,wenn wir Krieg habe.
    Denken die darüber nicht nach?

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