
DüsseldorfDie Stimmen aus Argentinien überschlagen sich: „Ein Südamerikaner ist einfach offener als andere.“ Oder: „Ein Wandel wie dieser – mit einem Lateinamerikaner im Zentrum – ist sehr wichtig für den Kontinent“. Es ist klar: Die Menschen in Südamerika sind begeistert vom neuen Papst Franziskus, von einem aus „ihrer Mitte“. Dabei ist gerade die Geschichte der katholischen Kirche in Argentinien und somit auch die des neuen Papstes umstritten.
„Traditionell ist das Verhältnis zwischen Kirche und Politik in Argentinien sehr eng“, sagt Historiker Stephan Ruderer von der Universität Münster. „Das galt auch während Militärdiktatur 1976 bis 1983.“ Und diese Kritik betrifft auch den neuen Papst.
2005 hatte der Menschenrechtsanwalt Marcelo Perrilli dem damaligen argentinischen Kardinal Bergoglio vorgeworfen, während der Militärdiktatur an der Entführung zweier Jesuiten Mitschuld getragen zu haben. Die beiden Priester wurden vom Geheimdienst gefoltert. Der Grund: Ihr Engagement für die Armen im Land. „Arbeiterpriester waren im Fokus der Diktatur“, bestätigt Historiker Ruderer. „Es war durchaus üblich, dass gerade diese Priester verhaftet und gefoltert wurden oder einfach verschwanden.“
Direkt nach der Wahl ist Franziskus in die Suite im Gästehaus Santa Marta im Vatikan eingezogen. In den kommenden Wochen wird die traditionelle Papstwohnung im Apostolischen Palast über dem Petersplatz nach seinen Wünschen eingerichtet.
Am zweiten Tag nach der Wahl empfängt der Papst um 11 Uhr alle Kardinäle in seiner Residenz, dem Apostolischen Palast, zu einer Audienz.
Am Samstag, 16. März, um 11 Uhr trifft der Papst die Vatikan-Korrespondenten und die Sprecher des Vatikans.
Am Sonntag, 17. März, spricht Papst Franziskus um 12 Uhr sein erstes Angelus-Gebet mit den Pilgern auf dem Petersplatz.
Für Dienstag, 19. März, ist die feierliche Amtseinführung von Franziskus geplant. In einer Messe um 9.30 Uhr erhält der Nachfolger von Benedikt XVI. die Insignien der päpstlichen Macht, unter anderem das Pallium (eine Art Stola) und den Fischerring.
Für Mittwoch, 20. März, ist die erste Generalaudienz des neuen Pontifex vorgesehen.
Am Palmsonntag, 24. März, steht eine große Messe auf dem Programm, an der traditionell auch der Papst teilnimmt. Danach spricht Franziskus erneut das Angelus-Gebet.
Ende März nimmt er an Ostern an der Karfreitagsprozession in Rom und der Feier der Osternacht am Samstag teil. Am Ostersonntag stehen für den neuen Papst Franziskus die Messe auf dem Petersplatz und der traditionelle Segen „Urbi et orbi“ auf dem Programm.
Die erste große Auslandsreise des neuen Papstes könnte ihn im Juli zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro in Brasilien führen.
Als Provinzial der Jesuiten hatte Bergoglio die Verantwortung für die verschwundenen Priester, hätte sie schützen können, insbesondere „weil die Kontakte zwischen katholischer Kirche und Diktatur sehr gut waren“, sagt Ruderer, der das Thema intensiv erforscht hat. Doch die Jesuiten wurden verhaftet.
„In einem Prozess 2010 trat Bergoglio als Zeuge auf und beteuerte, die Jesuiten nicht im Stich gelassen zu haben“, erklärt Ruderer. Auch in einem Buch habe der heutige Papst dem Vorwurf widersprochen. Sein Sprecher tat es als „alte Verleumdung“ ab. Doch der Historiker Ruderer kann sich durchaus vorstellen, dass die Vorwürfen stichhaltig sind. Denn die Verhaftung und Folter der Jesuiten sei nicht wegzudiskutieren.

im übrigen muss ich den gläubigen leider mitteilen, dass der venezuelanische interim-präsident maduro, der am 14.04.2013 zum rechtmäßigen präsidenten gewählt wird, gestern augenzwinkernd die wahrheit über den ausgang der papstwahl verkündete:
hugo chavez, inzwischen auf einer ebene mit jesus christus, hat die wahl angesichts der möglichkeit eines afrikanischen oder südamerikanischen papstes auf den argentinier gelenkt. offensichtlich gibt es eine neue hand im himmel. es wird auch erwartet, dass zeitnah eine verfassungsgebende versammlung im himmel abgehalten wird, um die kriche auf erden zu reformieren, damit die kirche wieder eine kirche des volkes wird. amen.
in eines solche kirche könnte ich auch als agnostiker gehen.
gott schütze die bolivarische revolution und ihren präsidenten maduro!

"Jedes Lamm braucht seinen Hirten."
nur, wenn es in (geistiger) gefangenschaft gehalten wird. ansonsten braucht jedes lamm nur seine mutter.
seine mutter und nicht die mutter gottes, bevor sie wieder religös durchdrehen...

Grundlage Ihrer Unterstellungen sind vermutlich Behauptungen sogenannter Enthüllungsjournalisten, die zwar nichts zu enthüllen haben aber auch mal einen Tag auf die Titelseite wollen.
Wir leben offensichtlich in einer Zeit maximaler geistiger Dumpfheit, in der sich vor allem der Hass auf alles Intakte artikuliert.
Leute wie Sie tun mir leid!
31 Kommentare
Alle Kommentare lesen