Papst Franziskus und die Öko-Enzyklika
„Erde wird zur Mülldeponie“

Sechs Monate vor der Pariser Klimakonferenz fordert der Papst eine deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes . Am Donnerstag stellte der Vatikan seine Umwelt-Enzyklika vor. Doch wie grün ist der Vatikan selbst?
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VatikanDer Heilige Franziskus sprach einst mit den Tieren – und war damit eine Art Vorreiter des WWF. Der argentinische Papst Franziskus will seinem Vorbild nun alle Ehren machen und sich selbst als grüner Papst behaupten. Zum Schutze der Schöpfung. Sechs Monate vor dem UN-Klimagipfel in Paris stellt er seine neue Enzyklika zu einem ungewöhnlichen Thema vor: dem Umweltschutz.

Nach der sozialen Ungerechtigkeit, der Pädophilie und den undurchsichtigen Geldgeschäften der Vatikanbank nimmt sich der revolutionäre Pontifex nun die Verschmutzer unserer Erde vor. Auf 200 Seiten geht er vor allem mit den Menschen aus den Industrienationen und deren Unternehmen hart ins Gericht. „Die Erde, unser Haus, scheint sich immer mehr in eine immense Mülldeponie zu verwandeln“, mahnt Franziskus.

Doch wie grün ist der Vatikan selbst? Tatsächlich hat schon Franziskus deutscher Vorgänger Benedikt XVI einst den Spitznamen Öko-Papst erhalten, als er 2012 ein Elektro-Auto von Renault als Papamobile in Empfang nahm und 2008 die ersten Solarpanäle im Vatikanstaat installieren ließ.

Das erklärte Ziel: Bis 2020 sollen 20 Prozent des vatikanischen Stromverbrauchs durch diese Sonnenenergie gedeckt werden. Das ist löblich, zumal der Vatikan in der Vergangenheit oft in der Kritik stand, weil es seinen Strom von Italien zu extrem günstigen Tarifen bekam.

Auch in der Gegend „Santa Maria di Galeria“ vor den Toren Roms, wo der Sender Radio Vaticana sitzt, entsteht eine neue Anlage: Mit 300 Hektar soll eine der größten Solaranlagen in Europa entstehen, die 100 Megawatt produzieren kann – was dem Verbrauch von 40 000 Familien entspricht. Der Vatikan rechnete vor, dass das den CO2-Ausstoß um 91 000 Tonnen senken soll und der Kirchenstaat damit zum Exporteur von Energie wird. Auch das ist löblich, zumal der Sender immer wieder in der Kritik stand, weil seine extrem starken Radio-Wellen zu einem Anstieg der Krebsfälle in der Umgebung geführt haben sollen.

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  • Nachsatz:

    Statt der Weltklimakonferenz, wäre eine Weltbevölkerungskonferenz deutlich angebrachter, um aufzuzeigen, wo das Ungleichgewicht produziert wird.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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