Papst Johannes Paul II. galt als großer Friedensstifter und unermüdlicher Verteidiger der Menschenrechte
Ein Brückenbauer zwischen Ost und West

Der leidende Papst - dieses Bild hat sich nicht nur den 1,1 Milliarden Katholiken in aller Welt eingeprägt. Besonders im vergangenen Jahr stand oft mehr der Gesundheitszustand des Oberhauptes der katholischen Kirche im Vordergrund als seine Initiativen und politischen Aussagen.

DÜSSELDORF. Als Johannes Paul II. im Sommer 2004 den französischen Ort Lourdes besuchte - bekannt für die Wallfahrt besonders kranker Gläubiger -, nährte dies erneut Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

Johannes Paul II. hatte diese Wahrnehmungen selbst gestützt, als er bereits im Herbst 2003 einen großen Schlusspunkt unter seine Amtszeit gesetzt hatte. Die Jubiläumsfeiern zu seinem 25-jährigen Pontifikat gerieten wie eine Bilanz seines gesamten Wirkens. Zunächst die Mahnung an die eigene Kirche und vor allem an die Weltgemeinschaft in der Erklärung „Pastores gregis“ („Die Hirten der Herde“), sich für Gerechtigkeit auch auf wirtschaftlichem Gebiet einzusetzen - ganz so wie es der Papst auf seinen 104 Auslandsreisen und unzähligen Ansprachen in Rom getan hat.

Dann die Seligsprechung von Mutter Teresa vor rund 300 000 Gläubigen auf dem Petersplatz. In dieser einmalig schnellen Erhebung des „Engels der Armen“ ebenso wie in den unerreichten Zahlen von mehr als 400 Heilig- und mehr als 1 300 Seligsprechungen spiegelt sich die Sehnsucht des polnischen Papstes nach der Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden wider. Immer hat Karol Wojtyla beim Kampf um die Wahrung der Menschenrechte und des Weltfriedens diese über das rein Irdische hinausreichende Dimension menschlichen Handelns im Blick gehabt. Schließlich ernannte der Papst 31 neue Kardinäle und wies damit der Wahl eines Nachfolgers bereits den Weg.

Hinter diesem Dreiklang konnte, wer wollte, den Papst in all’ seiner Konsequenz entdecken. Nicht wenige haben dem gesundheitlich so schwer leidenden Kirchenführer vorgeworfen, dass er nicht von selbst zurücktrat. Das aber hätte zu ihm nicht gepasst. Johannes Paul II. war überzeugt, nur ein Diener zu sein, mithin nicht selbst darüber bestimmen zu können, wann die gestellte Aufgabe endet. Er hatte früh gelernt, Schwierigkeiten mit Entschlossenheit zu begegnen.

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