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Papst-Kritik: „Wirtschaftssystem in der Wurzel ungerecht“

Es soll eine Reform „auf allen Ebenen“ der Kirche geben: Papst Franziskus ist laut einem Schreiben der katholischen Kirche zu tiefgreifenden Reformen bereit. Außerdem geht er mit der Wirtschaft hart ins Gericht.

Vatikan„In der Wurzel ungerecht“ nennt Papst Franziskus das aktuelle ökonomische System. Diese Form der Wirtschaft töte, denn in ihr herrsche das Gesetz des Stärkeren, schreibt Franziskus in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument mit dem Titel „Evangelii Gaudium“ („Freude des Evangeliums“). Der Mensch sei nur noch als Konsument gefragt, und wer das nicht leisten könne, der werde nicht mehr bloß ausgebeutet, sondern ausgeschlossen, weggeworfen.

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Diese Kultur des Wegwerfens habe etwas Neues geschaffen. Die Ausgeschlossenen seien nicht Ausgebeutete, sondern „Müll, Abfall“. Die Welt lebe in einer neuen Tyrannei des „vergötterten Marktes“, die manchmal sichtbar, manchmal virtuell sei. Hier regierten Finanzspekulation, Korruption und Egoismen, die sich etwa in Steuerhinterziehung ausdrückten.

Außerdem zeigte sich das Oberhaupt der katholischen Kirche zu einer Reform seines Amtes bereit. Den Bischöfen komme dabei eine entscheidende Rolle zu, schreibt Franziskus nach einer von „Radio Vatikan“ veröffentlichten Zusammenfassung. „In diesem Sinn spüre ich die Notwendigkeit, in einer heilsamen Dezentralisierung voranzuschreiten“, heißt es in dem Schreiben.

Der Papst

Franziskus fordert auch eine Reform des Papsttums. Man dürfe keine Angst haben, Dinge anzugehen, die zwar historisch gewachsen seien, aber nicht direkt mit dem Evangelium zusammen hingen.

Mit starken Worte fordert der Papst eine Hinwendung der Kirche zu den sozialen Problemen der Welt: „Mir ist eine ,verbeulte' Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist.“

Franziskus versucht zugleich Kontinuität zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. zu demonstrieren und zitiert Joseph Ratzinger mit den Worten: Die größte Gefahr sei der „graue Pragmatismus des kirchlichen Alltags, bei dem scheinbar alles mit rechten Dingen zugeht, in Wirklichkeit aber der Glaube verbraucht wird und ins Schäbige absinkt“.

Der argentinische Papst unterstreicht die Notwendigkeit, die Verantwortung der Laien für die Kirche zu stärken. Teils durch mangelnde Ausbildung, teils durch „ausufernden Klerikalismus“ spielten die Laien nicht die Rolle, die sie spielen sollten. Auch müssten die „Räume für eine wirksamere weibliche Gegenwart in der Kirche noch erweitert werden“ vor allem dort, wo die wichtigen Entscheidungen fielen.

  • 26.11.2013, 12:30 Uhrobserver

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 26.11.2013, 12:35 UhrAugias

    Er sei offen für Vorschläge, wie das Papstamt stärker an die von Jesus Christus gewollte Bedeutung und die heutigen Notwendigkeiten der Evangelisierung angepasst werden könne, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem am Dienstag veröffentlichten Dokument ........
    -----------------------------------------------------
    Jesus wollte keine (Welt) Kirche, denn er war ein Endzeitprophet, der in all seinen Worten das Ende der Welt apostrophierte. Aus diesem Grund hatte er auch regen Zulauf, denn alle wollten das Ende der Welt mit ihm gemeinsam erleben - und sie waren sehr ungeduldig, weil das Ende sich immer weiter verschob. Jesus hatte also keine Zeit zum Missionieren, Kirche installieren und zum Abwarten, denn das Ende war (greifbar) nah!
    Wer sollte also in dieser Endzeitstimmung noch eine Kirche etablieren, die auf viele, viele Folgegenerationen ausgerichtet sein müsste?

  • 26.11.2013, 13:03 UhrHannes1234

    "Watikanstadt. " ... wird das wirklich so geschrieben?

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