Papst-Rücktritt
Benedikt hinterlässt einige offene Baustellen

Papst Benedikt XVI. war ein Bewahrer, kein Reformer. In die Krisen seiner Kirche griff er ein, anderes blieb liegen. Den nächsten Papst erwarten teils alte Probleme, er muss auf Reformstau und Glaubenstief reagieren.
  • 6

RomSein Pontifikat war eines der tiefen Krisen, eine Reform seiner Kirche und ihres bürokratischen „Kopfes“ in Rom blieb aus. Benedikt XVI. gab am Aschermittwoch der katholischen Weltkirche aber noch dringend auf den Weg, wo sein Nachfolger ansetzen müsse: Er geißelte „Sünden gegen die Einheit der Kirche, die Spaltungen im Leib der Kirche“. „Individualismen und Rivalitäten zu überwinden“, das ist ein wieder und wieder formuliertes Anliegen des 85-jährigen Joseph Ratzinger.

Wobei die Weltkirche der 1,2 Milliarden Gläubigen nicht nur eine Reform der römischen Kurie und ihrer „Regierungsfähigkeit“ braucht. Auf jedem Kontinent stehen die Katholiken auch vor anderen Problemen. Der neue Pontifex müsste dann all dieses zusammenführen.

„Die kirchlichen Institutionen müssen die Evangelisierungsaktion unterstützen und nicht bremsen.“ Kämpferisch gibt der einflussreiche südafrikanische Kardinal Wilfried Fox Napier seine Richtung vor. „Zu häufig gibt die Kurie nach außen mehr ein Bild des Karrierismus ab, sie steht weniger für den Dienst an den Gläubigen“, spricht sich der Franziskaner Napier für eine starke spirituelle Erneuerung aus. Nach dem „Vatileaks“-Skandal von 2012, in dem es doch gerade auch um die Intrigen und Machtkämpfe im Vatikan ging, braucht Rom eine neue Ära.

Fortschritte in der Ökumene, Lockerungen bei der Sexualmoral, eine stärkere Rolle der Frauen in der Kirche und die Zölibatsfrage bei den Priestern - das sind einige der vielen „europäischen“ Anliegen an den nächsten Papst. In der zweiten Märzhälfte blicken allerdings Gläubige von fünf Kontinenten auf die Papst-Wahl. In Lateinamerika lebt der katholische Glaube weit stärker als in manch anderer Weltregion. Der Kontinent erwartet den neuen Pontifex zum Weltjugendtag im Juli in Rio de Janeiro – ein sehr wichtiger erster Auftritt vor Millionen von Gläubigen. Drogenhandel, Gewalt, Armut und Korruption sind Probleme, für die auch die Kirche Antworten anbieten muss. Pfingstkirchen und andere aggressive religiöse Gruppen setzen der Mission der Kirche zu.

Seite 1:

Benedikt hinterlässt einige offene Baustellen

Seite 2:

„Religiöser Kriegszustand voller Angst“

Kommentare zu " Papst-Rücktritt: Benedikt hinterlässt einige offene Baustellen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Shalom e Spiritus Sancti Vatikan,God bless Yisrael!!!

    Bedenkt,Satan fälscht Namen und Geburtort und hat sich mit der Justiz gegen Euch verbündet,mit dem einbezog der Justiz in Vatikan Angelegenheiten haben Sie die Tür für Satan geöffnet,ich hoffe der Nächste Pontifex kann sie wieder schließen.

  • Was zum Beispiel? Global warming? Homo-ehe? S21? Es gab schon immer Mehrheiten und Minderheiten. Aber noch nie wurde es bewiesen, daß Mehrheiten sinnvolleres dachten, wenn überhaupt.

  • ABER PAPSTMESSE , vom 13.02.2013 , GEBEN NICHT ALS WORTE und DAS WAR WICHTIG FÜR Menschheit ALS WAHRHEIT . Mediensklaven sind . . . .


    SICH Gott
    Frank Frädrich

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%