Parallelwährung
Aus eins mach zwei

Dass Griechenland in der Euro-Zone wieder auf die Beine kommt, ist unsicher. Doch ein Euro-Austritt birgt hohe Risiken. Ökonomen sehen eine Alternative: Der Euro bleibt, die Drachme kommt trotzdem. Kann das gutgehen?
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DüsseldorfSeit zwei Jahren sind die Euro-Retter im Dauereinsatz. Mit immer neuen Milliardenhilfen versuchen sie die Euro-Krise in den Griff zu kriegen. Doch die Erfolge sind bisher ausgeblieben: Den Krisenländern geht es nicht besser, sondern immer schlechter. Wie sie wieder auf die Beine kommen sollen, ist nicht absehbar.

Eine Gruppe von Ökonomen und Wirtschaftsvertretern fordert deshalb die Verantwortlichen zu Alternativen zur bisherigen Krisenpolitik auf - und liefert dafür einen Vorschlag gleich mit. „Für eine ökonomisch überzeugende und politisch durchsetzbare Alternative sehen wir die Einrichtung einer Parallelwährung an“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Unterzeichnet haben sie unter anderem der frühere Deutsche Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer, die Wirtschaftsprofessoren Roland Vaubel (Uni Mannheim) und Bernd Lucke (Uni Hamburg) sowie der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven. "Wir sehen die Parallelwährung als eine Alternative, um die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer zu stützen und die Kapitalflucht zu lindern", sagt Ohoven.

Auch Ifo-Chef Hans-Werner Sinn, der selbst nicht zu den Unterzeichnern der Erklärung gehört, hat ähnliches vorgeschlagen. „Was wir brauchen ist ein Mittelweg zwischen dem Dollar-System innerhalb der USA und dem Festkurssystem à la Bretton Woods,“ schreibt er in einem Beitrag seines Instituts. „Dieser Mittelweg könnte eine „offene Währungsunion“ mit assoziierten Mitgliedern sein, die früher Vollmitglied waren, nun temporär eine eigene Währung führen und die Option haben, später wieder voll mitzumachen.“

Länder wie Griechenland und Portugal sind seit dem Euro-Start in Sachen internationaler Wettbewerbsfähigkeit deutlich zurückgefallen. Die Lohnstückkosten in Griechenland, die als Gradmesser für die internationale Wettbewerbsfähigkeit gelten, sind zum Beispiel um 25 Prozent stärker gestiegen, als in Deutschland.

Bevor es den Euro gab, konnten die Griechen das durch die Abwertung ihrer Währung auffangen: Nahm der Außenwert ihrer Landeswährung Drachme ab, wurden griechische Produkte im Ausland billiger. Dieser Weg ist innerhalb der Euro-Zone derzeit versperrt – wer wettbewerbsfähiger werden will, muss seine Preise und Löhne senken. Diese so genannte interne Abwertung ist extrem schmerzhaft. Immer mehr Experten verlieren den Glauben daran, dass Krisenländer wie Griechenland innerhalb des Euro-Raums wieder auf die Beine kommen. Andererseits birgt ein Euro-Austritt unkalkulierbare Risiken. Mario Ohoven beschreibt das Dilemma so:„90 Prozent unserer Mitgliedsunternehmen wollen den Euro behalten. Aber 60 Prozent glauben nicht, dass alle Länder im Euro bleiben können." Eine Zwickmühle, die mit einer Parallelwährung überwunden werden könnte, so die Ökonomen um Mayer.

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Ein Modell mit Tücken

Kommentare zu " Parallelwährung: Aus eins mach zwei"

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  • Aus eins mach zwei? NOT : Aus eins mach NULL !

    GOBANKNOTELESS
    The abolition of the circulation – and the value – of the banknotes is proposed.

    Imagine that – after all necessary legislative procedures on the relevant European institutional instruments – on 01/01/2013 the 500 € and 200 € banknotes cease from circulating, on 01/07/2013 the same happens for the 100 € and 50 € and on 01/01/2014 for the 20€, 10 € and 5€. On this day a new 5 € coin is introduced. The scaling in time will serve to help the public gradually adjust and for the supply and installation of necessary equipment and connections. It will also give the time for depositing the whole of circulating money to the banks
    All transactions, therefore excluding the very small value ones will be carried by credit or debit cards or via internet or mobile banking.

    IMMEDIATE RESULTS
    1. Complete supervision of the European States onto the total GDP and onto the whole turnover of each financial entity and therefore possibility to fully cover the entire tax base for any person regarding direct (income) or indirect taxes (VAT etc.).
    2. Therefore true perspective for public economics healing through the GDP growth and mainly due to increased government revenues, that otherwise couldn’t be expected.
    3. Ability hence for reducing tax rates and thus further enhancing the development.

    INDIRECT EFFECTS
    1. Elimination of crime – particularly organized one as it won’t pay !. There would be now only honour murders, hate based assaults etc.
    2. There is no possibility of extraction of profit and therefore no ground for drug dealing, person trafficking, gun smuggling, abductions, extortion, bribing, or for illegal immigration! Not even for illegal gambling!
    3. Huge benefit for the society by removing any risk of robberies, burglaries, thefts, kidnappings, etc., as well as bribery, corruption, blackmail, etc.
    4. ...

    read the full text at gobanknoteless.wordpress.com

  • "Rechner" schreibt u.a.:

    "Danke für den Tipp!

    Habe 'mal ein bißchen "Winfried Sobottka" gegoogelt, und bin auf

    http://wisoblog.wordpress.com/

    gestoßen ... und hab' mich - wie von Ihnen versprochen - tatsächlich flach gelegt."

    => Gut, dass Sie das Thema ansprechen. Ich war damals durch einen staatlich gedeckten Grauensmord traumatisiert, für den man dann einen Unschuldigen verurteilte, eindeutig absichtlich, siehe dazu mit sehr eindrucksvollen Belegen:

    http://die-volkszeitung.de/NADINE_OSTROWSKI/00-INHALTS-VZ.HTM

    Als ich begann, darüber öffentlich zu informieren, setzte ein unbeschreiblicher Terror gegen mich ein: Rufmord und Drohungen im Internet, per Telefon, auf der Straße, Willkürjustiz, sonstige Behördenwillkür usw.

    Einer der Internet-Terroristen schrieb damals in einem Forum:

    "Ich glaube, der Sobottka ist ein Zombie, ein Mensch hält so etwas doch nicht aus."

    Es war eindeutig beabsichtigt, mich in den Selbstmord zu treiben, alternativ zumindest Überreaktionen auf meiner Seite zu erzeugen, mich zu Aussagen und Handlungen zu veranlassen, die dann strafrechtlich bzw. zum Zwecke meiner Psychiatrisierung genutzt werden sollten. Die selben Leute, die androhten, meine Kinder zu ermorden, sammelten alles, was sie gegen mich verwenden konnten.

    Die Sache ist noch lange nicht vorbei, und ich werde dafür sorgen, dass eine sehr breite Öffentlichkeit erfahren wird, was von Staat, Staatsschutz, Polizei und Justiz zu halten ist.

    Vor niemandem sonst hat der deutsche Staat soviel Angst wie vor mir, was auch der Grund dafür ist, dass ich seit über einem Jahr mit gepulsten elektromagnetischen Strahlen bekämpft werde - vor allem in meiner eigenen Wohnung.

    Wir werden das alles öffentlich klären, Staatsschützer "Rechner", das ist ein Versprechen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    http://www.freitag.de/autoren/dipl.-kfm.-winfried-sobottka/die-wahren-hintergruende-der-euro-krise


  • Warum macht sich ein Herr Mayer von der Deutschen Bank auf einmal Sorgen um GR?
    Weil seine Bank ein Problem mit der womöglichen Einführung der Drachme hat.
    Mayer will die Parallelwährung nur, weil dann die Forderungen seiner Bank gegen GR in € bestehen bleiben würden.
    Denn die Griechen können sehr wohl auch ihre Schulden auf die neue Währung umstellen. Vielleicht wäre es nicht klug, aber es ginge durchaus.

    Es geht also in Wahrheit (wieder) nicht um GR, sondern um eine erneute Bankenrettung.
    Gibt es eine zusätzliche Zweitwährung, blieben die Schulden in € bestehen, gibt es eine alleinige neue Währung, würden die Schulden womöglich in Drachmen umgestellt.

    Für die Griechen würde die Einführung einer Zweitwährung das Aufteilen der Wirtschaft und der Gesellschaft in 2 verschiedene Bereiche bedeuten. Kartoffeln und Tomaten gegen Geuro, Immobilien gegen Euro.
    Warum sollte sich die griechische Gesellschaft das antun, bloß damit Herr Mayer seine Bank rettet?
    Eine eigene gesetzliche Währung als ALLEINIGES Zahlungsmittel würde so eine Spaltung verhindern. Und der € könnte trotzdem in Reichweite bleiben. Denn die Griechen werden ganz von allein beginnen, ihre Staats- und Wirtschaftsstrukturen zu verändern – sobald sie nämlich feststellen, dass sie zwar die Saläre ihrer Beamten wie früher fürstlich ansetzen können, dafür aber keinen guten Kurs gegenüber dem Euro oder dem Dollar haben. Die Griechen sind jetzt an den Konsum gewöhnt, sie gehen nicht alle zurück auf ihre Äcker und werden ihren Konsum mächtig vermissen.
    Allerdings wäre dann die Bank des Herrn Mayer nicht „gerettet“, sondern hätte Verluste.

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