Paris, Ankara, Sinai, Libanon

IS-Terror im Wochentakt

Paris, Beirut, Ankara, Sinai: Der IS erschüttert mit einer Serie von Anschlägen die Welt. Die Terrormiliz demonstriert ihre Macht – weit über die Grenzen des ausgerufenen „Kalifats“ hinaus. Die Attentate im Überblick.
Update: 17.11.2015 - 15:07 Uhr 29 Kommentare
In vielen Ländern ist die Anteilnahme groß – und die Angst vor weiteren Anschlägen. Quelle: dpa
Gedenken der Opfer

In vielen Ländern ist die Anteilnahme groß – und die Angst vor weiteren Anschlägen.

(Foto: dpa)

Bis vor einigen Tagen sah es so aus, als würde es eine schlechte Woche für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). In Nordsyrien drängten Anhänger des Regimes die Dschihadisten zurück. Im Nordirak begannen die Kurden eine großangelegte Offensive mit schnellen Erfolgen. Dann kam der Donnerstag – und mit ihm begann eine Anschlagsserie, die der Welt deutlich vor Augen führt, wie mächtig der IS weit über seine Herrschaftsgrenzen im selbst ausgerufenen „Kalifat“ auf syrisch-irakischem Gebiet hinaus geworden ist.

Denn wann immer das von den Extremisten ausgerufene „Kalifat“ militärisch in Bedrängnis gerät, sucht es durch andere Aktionen Aufmerksamkeit, etwa durch die Veröffentlichung brutaler Enthauptungsvideos. Der IS braucht militärische Erfolge und spektakuläre Terrorakte, um sich die Gefolgschaft zu sichern. Die Terrormiliz wirkt nicht zuletzt deswegen auf viele Anhänger attraktiv, weil sie und ihr Anführer Abu Bakr al-Bagdadi als mächtig und rücksichtslos gelten. Und das zeigte sich in den vergangenen Wochen mehr als deutlich.

10. Oktober: Türkei

Bei einem Anschlag in der türkischen Hauptstadt Ankara werden 102 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich während einer Demonstration linker und prokurdischer Gruppen in die Luft. Einer der Attentäter rief kurz zuvor „Allahu akbar“ (Gott ist groß). Die Sprengsätze wiesen zudem große Ähnlichkeiten mit den Sprengsätzen vom Anschlag in Suruç in der Nähe der syrischen Grenze, bei dem am 20. Juli 34 Menschen starben, auf.

Die Staatsanwaltschaft macht den IS, die sich ebenfalls dazu bekannt hat, für den neuerlichen und folgenschwersten Anschlag in der Geschichte des Landes verantwortlich. Die Türkei fahndet seitdem verstärkt nach Dschihadisten. Die türkische Opposition und die Gewerkschaften sehen das Attentat als einen direkten Angriff auf ihre Organisationen an. Die Täter hatten sich bei einer Friedensdemonstration in die Luft gesprengt, zu dem ein Bündnis linker Parteien und Gewerkschaften aufgerufen hatte.

31. Oktober: Ägypten

Alle 224 Insassen eines russischen Airbus 321 kommen ums Leben, als die Maschine auf der Sinai-Halbinsel abstürzt. Der IS bekennt sich dazu, auf das Flugzeug einen Bombenanschlag verübt zu haben. Die USA und Großbritannien halten dies für glaubwürdig. Dann kommt am 17. November die Bestätigung aus Russland: Der Absturz der russischen Passagiermaschine über Ägypten ist nach Erkenntnissen des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB von einer Bombe an Bord verursacht worden.

Es handele sich eindeutig um einen Terrorakt, sagte FSB-Chef Alexander Bortnikow bei einer Sitzung mit Präsident Wladimir Putin in Moskau. Putin drohte den Tätern mit Vergeltung. „Wir werden sie überall auf diesem Planeten finden, und wir werden sie bestrafen“, betonte er. Auf Hinweise zu den Urhebern setzt der russische Geheimdienst eine Belohnung von 50 Millionen Dollar aus.

Kurz darauf wird bekannt, dass Russland die syrische Stadt Rakka aus der Luft heraus angreift. Seit September hatte das russische Militär Angriffe auf Syrien geflogen – offiziell galt schon damals die Intervention laut Moskau dem IS. Eine Darstellung, aber die aber unter anderem Frankreich angezweifelt hatte. Denn die bis dato bombardierten Gebiete (etwa die Provinz Hama und die Küstenprovinz Latakia) werden überwiegend nicht vom IS, sondern von der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundenen Al-Nusra-Front und anderen islamistischen Gruppen kontrolliert. Rakka allerdings gilt als inoffizielles Zentrum des IS.

Libanon und Frankreich
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29 Kommentare zu "Paris, Ankara, Sinai, Libanon: IS-Terror im Wochentakt"

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  • Kersey@
    Man läßt seine Gegner nicht ins Land, allein von daher sind Sie im Irrtum.

  • Die asymmetrische Kriegsführung hat uns erreicht: Eine Bombenattrappe und ein Anruf genügen anscheinend, um das öffentliche Leben nachhaltig zu stören! Bezeichnend dabei ist, dass diejenigen, die der Bevölkerung vorbeten, man solle sich vom Terror nicht beeinflussen lassen, am schnellsten vor Angst davonlaufen! Der Bundestag hat die vordringliche Aufgabe, eine gesetzliche Regelung zu schaffen, die bei terroristischer Gefährdung Inhaftierungen ermöglichen, bevor eine Straftat begangen wurde. Der Sumpf, der Gewalt gebirt, muss schleunigst ausgetrocknet werden

  • @Paul Kersey

    Sie erlauben, dass ich andrer Meinung bin. Die zurückgekehrten IS-Kämpfer mit europäischen Pässen stellen in der Tat ein grosses Gefahrenpotential da.

    Sie wären einfach als Gefahrenquelle auzuschalten, wenn man sie geschlossen internieren würde, wie es in Kriegszeiten mit feindlichen Kombatanten immer üblich gewesen ist.

    Wenn die Rechtsgrundlage für eine Internierung zur Zeit fehlen sollte, wäre dieser Umstand zu korregieren. Jeder IS-Kämpfer als Rückkehrer ist zu einem Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu erklären, die Mitgliedschaft in einer solchen Vereinigung ist mit Freiheitsentzug zu ahnden.

    Sicherheitskreise gehen inzwischen davon aus, dass tausende IS-Kämpfer über die Türkei und Griechenland in die EU eingesickert sind.

    Diese Kämpfer zu gegebener Zeit zu aktivieren ist Bestandteil der Strategie des IS.

  • @Delly
    Und was lernen wir dann daraus?
    Das uns ein scheiß Zaun retten würde?
    Die Typen sind doch eh zum Sterben bereit. Da kann ich mich vorher auch in Seelenruhe registrieren lassen. Wenn der sich anschließend in die Luft sprengt, ist dem das doch vollkommen Latte.

    Unsere Regierung hat die Sache nicht im Griff, aber ich habe in den letzte Wochen noch keinen einzigen Vorschlag gelesen, wie mans besser machen könnte.

    Immer nur: Zaun bauen, gar kein Asyl gewähren, Moslems alle direkt auslöschen, Europa abschaffen, Deutschland auf den Mond teleportieren.
    Ihr habt doch alle selber keinen Plan, sondern nur eine große Klappe, mit absolut nichts realistischem dahinter.


  • Kersey@
    lesen Sie Texte aufmerksamer falls Sie wach sind.
    Einer der Tatverdächtigen von Paris ist offenbar im September über Deutschland nach Österreich eingereist. Bei einer Verkehrskontrolle habe er angegeben, einen einwöchigen Urlaub in Österreich verbringen zu wollen, so das österreichische Innenministerium.

  • @Delli
    Willkommen in der Realität!
    Was haben Sie denn gedacht wo wir leben? Auf 'nem europäischen Ponyhof inmitten einer furchtbaren Terrorwelt, mit der wir nichts zu tun haben? Aufwachen!
    Wir haben alle jahrzehntelang von dieser Außen- und Wirtschaftspolitik profitiert.
    Jetzt Angela alles in die Schuhe zu schieben finde ich ganz schön kurz gedacht!

  • @Lothar
    Ok, aber das ist eine andere Sache.
    Damit stellen SIe das Europa der offenen Grenzen innerhalb Schengens im Grundsatz infrage. Womöglich sogar die EU als Ganzes?

  • All die Anschläge sind verursacht durch eine Jahrzehnte lange falsche Ausländer-Politik. Für die 10000 Okkupanten täglich wird Europa noch einen hohen Blutzoll zahlen, die derzeitig Zustände mit gelegentlichen Bomben-Attentaten werden den
    Europäern noch als paradisisch in Erinnerung sein, Dank Frau Merkel und Ihren Freunden. Der Kosovo läßt im Vorfeld grüßen.

  • Quatsch, solch ein Zaun würde in Deutschland locker in 4 Wochen und zwar nahtlos stehen, und vielen insb. in Grenznähe Richtung Osten, Südosten und Süden wieder ein Gefühl von Sicherheit vermitteln, welches die Menschen dort seit der unverantwortlichen Ausweitung der Schengen-Regeln nicht mehr hatten. Auch faltisch dürfte kriminelle handlungen in diesen Regionen deutlich sinken, so wie sie nach Einführung von Schengen sprunghaft anstiegen.

  • @Oberste
    Tschuldigung, mein Fehler! Ich muss ert mal meinen Joint verdauen.

    So jetzt:
    Ich behaupte, dass die Terroranschläge von Paris unabhängig von den Flüchtlingsströmen stattgefunden haben. Weiterhin behaupte ich, dass dies nicht der letzte große Terroranschlag in Zentraleuropa sein wird und dass diese Anschläge auch nicht zu verhindern wären, wenn wir unsere Grenzen für Flüchtlinge schließen würden. Der "Feind" ist längst da, in Form von aberhunderten zurückgekehrten IS-Kämpfern, die alle über europäische Pässe verfügen und deshalb nicht aufzuhalten sind, so lange es keine konkerten Verdachtsmomente gegen sie gibt. Ob da ein paar Spinner mehr mit den Flüchtlingen eingedrungen sind, spielt m.E. keine entscheidene Rolle mehr.
    War das verständlich genug?

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