Paris nach den Anschlägen
Terrorverdächtige könnten nach Deutschland geflohen sein

Einer der mutmaßlichen Pariser Terroristen soll kurz nach den Anschlägen auf einem Autobahnrastplatz in Nordrhein-Westfalen gesehen worden sein. Auch die Spur weiterer Verdächtiger führt nach Deutschland.

Berlin -

Die Suche nach den Terroristen von Paris geht europaweit fieberhaft weiter. Auf der Suche nach dem Terrorverdächtigen Mohamed Abrini hat es in Brüssel wieder Razzien gegeben. Zwei Personen wurden zur Anhörung mitgenommen, berichtete die Staatsanwaltschaft. Abrini war von den belgischen Behörden international zur Fahndung ausgeschrieben worden.

Der 30-Jährige war zwei Tage vor den Attentaten von Paris gemeinsam mit dem ebenfalls verdächtigen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn in Richtung Paris gefilmt worden. Insgesamt gab es am Mittwoch fünf Durchsuchungen in den Stadtbezirken Molenbeek und Saint-Josse. Die Razzien betrafen auch Ermittlungen zu einem anderen Mann, der zur Zeit in der Türkei in Haft ist.

Sieben der mutmaßlichen Terroristen, die im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris gesucht werden, könnten sich in Deutschland aufhalten oder aufgehalten haben. Fahnder prüften demnach derzeit entsprechende Hinweise. Das geht aus vertraulichen Unterlagen der Polizei hervor, aus denen „Spiegel Online“ zitiert.

Ein namentlich nicht bekannter Verdächtiger, von dem es aber Bilder einer Überwachungskamera gebe, wurde demnach zwei Tage nach den Attentaten auf einem Rastplatz an der A4 nahe Frechen in Nordrhein-Westfalen gesehen. Er war unterwegs in einem dunkelblauen BMW mit gestohlenen belgischen Nummernschildern und fuhr in Richtung Köln. Die Behörden bringen ihn mit den Anschlägen von Paris in Verbindung und fahnden nach ihm.

Der wichtigste Gesuchte, der belgische Islamist Salah Abdeslam, war laut Fahndung in einem Mietwagen zusammen mit Mohamed A., 30, unterwegs und verließ Belgien in Richtung Deutschland, Frankreich oder Luxemburg. Der 26-Jährige soll zwei von den Attentätern benutzte Autos gemietet haben.

Die Polizei sucht ebenfalls nach den den 26 Jahre alten Franzosen Charaffe E.-M., und den 28 Jahre alten Samir B., 28. Die beiden Männer werden verdächtigt, eine zweite Anschlagswelle in Paris geplant zu haben. B. soll nach Informationen von „Spiegel Online“ vor einigen Jahren gemeinsam mit dem mutmaßlichen Bataclan-Attentäter Samy Amimour nach Syrien ausgereist sein. Die französischen Behörden verloren den Islamisten seinerzeit aus den Augen. Ebenfalls zur Fahndung ausgeschrieben sind der 53 Jahre alte Belgier Jamal I., 53, sowie der Franzose Baptiste B., (32).

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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