Paris nach den Terroranschlägen
Dschihadisten gegen Dschihadisten

An den Anschlägen in Paris waren Islamisten aus dem Lager von al-Qaida und IS-Anhänger beteiligt. Doch die Organisationen sind sich spinnefeind. Nicht deutet darauf hin, dass sie sich verbünden würden.
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DüsseldorfSie nutzen ähnliche Mittel, sie haben das selbe Ziel. Und doch sind sie Konkurrenten im Kampf um die Vorherrschaft des Islam: die Terrormiliz IS und das Terrornetzwerk al-Qaida. Doch für die Anschläge in Paris waren mutmaßlich Islamisten verantwortlich, die sich genau diesen unterschiedlichen, bisher eher konkurrierenden Gruppen zuordnen. Zumindest der dritte Gewalttäter von Paris, Amedy Coulibaly, gab an, die drei Islamisten hätten sich bei ihren Taten abgestimmt.

Coulibaly hatte zunächst mit einer Schießerei mit der Pariser Polizei von der Flucht der Charlie Hebdo-Attentäter abgelenkt und dabei eine Beamtin getötet. Danach zog er durch eine Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt die Aufmerksamkeit auf sich, für vier der Geiseln und ihn selbst endete die Aktion tödlich. Während Coulibaly sich laut einem TV-Interview zum IS bekennt, wurden die Angreifer der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“, Chérif Kouachi und sein Bruder Saïd, laut der jemenitischen Regierung vermutlich von al-Qaida im Jemen ausgebildet. Kooperieren die beiden Terrororganisationen nun also? Coulibaly sagt in einem bisher noch nicht als echt bestätigten Bekennervideo zum IS: „Wir haben einige Dinge zusammen gemacht, einige unabhängig voneinander, um mehr Wirkung zu erzielen.“

„Diese Verbindung erscheint natürlich interessant, doch offenbar lief es hier eher über persönliche Beziehungen auf freundschaftlicher Ebene“, sagt Flor ian Peil, Islamwissenschaftler und Sicherheitsexperte. Tatsächlich waren Coulibaly und der jüngere der beiden Kouachi-Brüder, Chérif, seit längerer Zeit befreundet oder zumindest bekannt, seit sie sich bei einem Gefängnisaufenthalt kennen gelernt hatten. Vermutlich haben sich die befreundeten Männer abgestimmt, ungeachtet des Faktes, dass sie mit unterschiedlichen islamistischen Gruppen sympathisierten. Auf die größeren Strukturen dürfte das kaum Auswirkungen haben.

Mit den Anschlägen von Paris hat sich al-Qaida nun wieder ins öffentliche Bewusstsein katapultiert, auch wenn die internationale Solidarität schnell die Islamfeindlichkeit überdeckte. „Es ist deutlich geworden, dass mit der Gruppe noch zu rechnen ist“, so Peil.

Hinsichtlich der Planung komplexer Anschläge im Ausland, die mit wenig Aufwand große Wirkung erreichten, hat der IS bisher wenig vorzuweisen. Insofern versucht die Gruppe nun, durch die Taten Amedy Coulibalys und das allgemeine Entsetzen auf der Welle mitzureiten und die Message auszusenden: Wir beanspruchen auch den weltweiten Dschihad für uns. Peil will nicht ausschließen, dass es erneut zu solchen Kooperationen wie in Paris kommen könnte, um eine größere Schlagkraft zu erreichen. Das Anschlagsrisiko sei mit Aufkommen des IS in jedem Fall gestiegen, auch weil viele Islamisten in den westlichen Ländern durch die neue Bewegung inspiriert würden, so Peil. Doch auch wenn unmittelbar nach den Anschlägen beide Terroristengruppen die Taten feierten – die Führungskader konkurrieren weiter miteinander und versuchten jeweils nur, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
IS ging zwar aus al-Qaida hervor, doch seit einigen Monaten bekämpfen sich die Gruppen eher, da sie sich über Ziele und vor allem auch Vorgehensweisen uneins sind. „Al-Qaida will zwar ebenfalls den Heiligen Krieg gegen Ungläubige und langfristig auch ein Kalifat“, sagt Florian Peil. „Aber die Organisation lehnt die Brutalität des IS ab, weil die Gewalt in den allermeisten Fällen Muslime trifft und dies den Rückhalt in der Bevölkerung im islamischen Raum zerstört, der für al-Qaida überlebenswichtig ist.“ Al-Qaida geht nicht gegen weniger streng gläubige Sunniten vor, dachte zwischenzeitlich sogar über einen Namenswechsel nach, um das eigene Image in den muslimischen Ländern wieder aufzubessern: Viele Menschen dort litten unter den westlichen Gegenschlägen nach Attentaten der Terrorgruppe und machten sie dafür verantwortlich. Während al-Qaida also um Unterstützung bei der Basis warb, macht eben die kompromisslose Gewalt und die radikale Vorgehensweise gegen jeden, der sich der Bewegung in den Weg stellt, umgekehrt auch die große Anziehungskraft des IS auf junge Islamisten aus.

Kommentare zu " Paris nach den Terroranschlägen: Dschihadisten gegen Dschihadisten"

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  • http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/10/terror-in-frankreich-ermittelnder-kommissar-begeht-selbstmord-2/

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/11/us-analysten-die-attentaeter-auf-charlie-hebdo-waren-profis/

  • Die Flüchtigen wurden am 9. Januar 2015 in der Druckerei CTD in Dammartin-en-Goële nordöstlich von Paris von Zeugen gesehen: "Ein Augenzeuge erzählt Reportern diese Geschichte", berichtete Bild Online (10.1.15):

    "Er habe am Morgen einen Termin mit dem Chef der Druckerei gehabt. Vor der Tür habe er einen schwer bewaffneten Mann getroffen, der eine kugelsichere Weste trug: ›Ich habe ihm die Hand geschüttelt. Er sagte: ›Wir töten keine Zivilisten.‹ Dann schickte er mich fort.‹ Erst später habe er verstanden: Das war einer der Terror-Brüder."

    Soso - der Zeuge redete aber nur von EINEM "schwerbewaffneten Mann" mit einer kugelsicheren Weste, der sich sogar locker die Hand schütteln ließ.

    Weder berichtet der Zeuge in diesem Zitat etwas von einem fremden Akzent, fremdem Aussehen, islamistischen Parolen oder irgendwelchen islamistischen Abzeichen!

    Nur dass der Unbekannte sagte: "Wir töten keine Zivilisten".
    Aha - und was waren dann die Zeichner von Charlie Hebdo?
    Waren das keine Zivilisten?

    Erstens widerspricht dies also der offiziellen Version, wonach die Gesuchten jede Menge Zivilisten getötet haben sollen. Zweitens verweist der Ausdruck – Zivilisten - auf einen militärischen Hintergrund der Person.

    Der Zeuge erwähnt mit keinem Wort, woraus hervorgegangen sei soll, dass es sich um einen der Terroristen handelte. Auch aufgeregt oder auf der Flucht zu sein schien der Mann nicht.

    Dass nichts an dem Mann auf einen "Islamisten" hindeutete, geht auch daraus hervor, dass man es dem Zeugen später "erklären" musste. Außerdem: Wenn sich die beiden Gesuchten als Märtyrer töten lassen wollten - warum trugen sie dann überhaupt schusssichere Westen?

    Die Gesuchten haben doch angekündigt, als Märtyrer sterben zu wollen!

    Haben sie das?
    Und wer hat uns das erzählt?

    Antwort: Die Polizei.

  • "Al-Qaida bekennt sich zu Anschlag"

    Kann man das glauben?

    Alle "Terroristen" und Geiselnehmer tot und ein Ermittler auch – das ist praktisch.
    Denn so muss es ja auch keine ordentlichen Ermittlungen, keinen Prozess und keine Beweise geben: Keine Beweise für den Ablauf des Attentats auf Charlie Hebdo am 7. Januar 2015, keine Beweise für die Täterschaft der Kouachi-Brüder, keine Beweise für den Ablauf in dem jüdischen Supermarkt - gar nichts.

    Das Drehbuch der Sicherheitskräfte wird nun zur allein gültigen Wahrheit.
    Die Lynchjustiz setzte sich durch. Wie sagte doch der französische Innenminister: »Es läuft ein Einsatz, um die Verantwortlichen des feigen Attentats vor zwei Tagen zu neutralisieren«

    Falsch Flagge Operation gelungen - Alle tot.

    Wie oft haben wir das schon erlebt. Zahlreiche Amokläufe und Terroranschläge der letzten Jahre endeten immer wieder mit dem Tod des oder der Täter(s). Der Vorteil liegt auf der Hand: Die jeweilige Version der Sicherheitsbehörden und der Lügenmedien muss sich keinem Gerichtsverfahren und keinen kritischen Fragen eines Angeklagten oder Anwalts stellen.

    Wer mehr über Terror im Namen des Staates erfahren möchte, sollte Bücher des ehemaligen Bundestagsabgeordnete und Bundesminister Andreas von Bülow lesen.

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