Paris will Finanzinvestor Zuschlag geben
Französische Gewerkschaften meutern

Der Streit zwischen der französischen Regierung und den Gewerkschaften um die Privatisierung der defizitären Fährgesellschaft SNCM (Société Nationale Maritime Corse Méditerranée) eskaliert. Mitglieder der Gewerkschaft „Syndicat des Travailleurs Corses“ (STC) brachten am Dienstag ein Fährschiff der SNCM, die Pascal Paoli, unter ihre Kontrolle.

ali PARIS. „Wir haben uns ein Arbeitsgerät, das Korsika gehört, angeeignet und bringen es nach Korsika zurück“, erklärte ein Sprecher der STC. Auf dem Schiff befinden sich keine Passagiere. Die Justiz hat ein Verfahren gegen die Entführer aufgenommen.

Gleichzeitig hat die Gewerkschaft CGT den Hafen von Marseille, der größte Frankreichs, mit einem Streik größtenteils lahm gelegt. Rund vierzig Schiffe liegen in Marseille fest.

Die Gewerkschaften protestieren damit gegen die Verkaufspläne der Regierung. Am Dienstag kündigten das Transport- und Finanzministerium an, die SNCM an den französischen Finanzinvestor Butler Capital Partners für 35 Mill. Euro komplett zu verkaufen. Die staatliche SNCM betreibt Fähren zwischen dem französischen Festland und Korsika, Sardinien, Algerien und Tunesien und besitzt elf Schiffe. Vergangenes Jahr wies die SNCM einen Netto-Verlust von knapp 30 Mill. Euro aus. Der Umsatz ist rückläufig.

Das Transportministerium begründete den Verkauf damit, dass sich die finanzielle Situation der SNCM weiter „verschlechtert“ habe. Nach einer Rekapitalisierung durch den französischen Staat im Jahr 2003 von 69 Mill. Euro, sei die Gesellschaft nun akut bedroht, „in den nächsten Tagen Konkurs anzumelden“, teilte das Ministerium mit. Eine erneute Finanzspritze des Staates ohne einen Verkauf sei nicht möglich, dies würden die EU-Wettbewerbsregeln verbieten.

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