Pariser Attentäter: 60 NRW-Ermittler durchleuchten Islamisten

Pariser Attentäter
60 NRW-Ermittler durchleuchten Islamisten

Der in Paris erschossene Attentäter hat in Recklinghausen gelebt. Die nordrhein-westfälische Polizei geht nun mit einem großen Ermittler-Team den Spuren des Mannes nach. Noch gibt es viele offene Fragen.

Düsseldorf, LuxemburgDie nordrhein-westfälische Polizei durchleuchtet mit einem 60-köpfigen Ermittlerteam den bei einem Terrorangriff in Paris getöteten mutmaßlichen Islamisten aus Recklinghausen. Am Montag war das Landeskriminalamt damit beschäftigt, sich ein umfassendes Bild der Person und seiner verschiedenen Alias-Namen zu verschaffen, wie ein Sprecher sagte. Es gebe es viele offene Fragen zu dem Mann zu klären, der seit 2014 in einem Asylbewerberheim in Recklinghausen untergebracht war.

Der mutmaßliche Islamist war am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ an einer Polizeistation in Paris auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte „Allah ist groß“ gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Die Beamten erschossen den Mann, der auch eine Sprengstoffgürtel-Attrappe trug.

Der Mann soll Behörden in mehreren europäischen Ländern mindestens sieben verschiedene Identitäten vorgespielt heben. Die deutsche Polizei war seit Mai 2014 unter anderem wegen verschiedener Gewalt- und Drogendelikte gegen ihn vorgegangen. Auch als Sympathisant der Terrormiliz IS war er aufgefallen, weil er IS-Fahnen angefertigt hatte. Das Strafverfahren war aber eingestellt worden.

Eine Spur des Attentäters führt auch nach Luxemburg. Der mutmaßliche Tunesier habe dort im Verdacht gestanden, im Oktober 2013 an einem Handtaschenraub beteiligt gewesen zu sein, teilten die luxemburgischen Justizbehörden am Montag mit. Dies ergebe sich aus einem Abgleich der Fingerabdrücke. Dem Verdächtigen habe damals jedoch seine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden können.

Nach Angaben des französischen Innenministers Bernard Cazeneuve handelte es sich offenbar um einen Einzeltäter. Cazeneuve sagte, der Tote stamme „zweifellos aus Tunesien“, habe seinen Namen mit Tarek Belgacem angegeben und sich in mehreren europäischen Staaten aufgehalten, darunter Luxemburg, die Schweiz und Deutschland.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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