Parlament in Athen
Wiedereinstellung von 4000 Beamten?

Im Zuge der Sparmaßnahmen hatte Griechenland seinen Beamtenapparat um elf Prozent verkleinert. Unter der Regierung Tsipras soll diese Entscheidung jetzt wieder rückgängig gemacht werden - eines seiner Wahlversprechen.
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AthenDas griechische Parlament hat mit Beratungen über die Wiedereinstellung von rund 4000 Beamten begonnen, die im Zuge der Sparmaßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise entlassen worden waren. Der Gesetzestext mit dem Titel "Demokratisierung des öffentlichen Dienstes", mit dem sich die Abgeordneten in Athen am Donnerstag beschäftigten, soll ein Wahlversprechen der linksgerichteten Syriza-Partei von Regierungschef Alexis Tsipras umsetzen. Eine Abstimmung soll erst in den kommenden Wochen erfolgen.

Das Gesetzesvorhaben sei "die erste Etappe unserer Eingriffe im öffentlichen Dienst und unserer Versuche, die verfassungsmäßige und demokratische Ordnung nach fünf Jahren Gegen-Reform wiederherzustellen", erklärte der Staatssekretär für die Verwaltungsreform, Giorgos Katrougalos.

Zum einen sollen aus Spargründen entlassene Polizisten sowie Mitarbeiter in Verwaltung und Schulen ihren Job zurückerhalten, zum anderen sollen etwa 6000 Menschen in den öffentlichen Dienst integriert werden, die das Bewerbungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben, am Ende aber trotzdem keine Stelle erhielten.

Tsipras' Regierung will im laufenden Jahr rund 15.000 Beamte einstellen. Damit liegt sie auf einer Linie mit den Haushaltsplanungen der Vorgängerregierung aus Konservativen und Sozialisten. Die Kosten für die nun debattierten Einstellungen werden mit 72 Millionen Euro beziffert. In dem Gesetzeswerk sind außerdem Änderungen der Disziplinarbestimmungen und Maßnahmen zur Bekämpfung der Bürokratie enthalten.

Nach Angaben der EU-Behörde Eurofound hat Griechland zwischen 2008 und 2013 seinen Beamtenapparat um elf Prozent verkleinert. Damit liegt es mit Ländern wie Frankreich, Großbritannien, Portugal und Lettland an der Spitze der EU. Wegen einem drohenden Staatsbankrott steht Griechenland seit Jahren massiv unter Sparzwang.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Parlament in Athen: Wiedereinstellung von 4000 Beamten?"

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  • Mein Chef selbst ist ein Grieche und selbst der sagt, dass der "normale" Grieche (in Griechenland) faul ist und eigentlich imemr nur versucht ist, dass andere für ihn arbeiten.

    Aber es gibt auch Griechen, die so ein unethisches Verhalten ablehnen. Die wandern dann aus und leben rechtschaffen.

  • Ich habe etwas vergessen: auch auf Kur werden die Griechen viel seltener als die Deutsche geschickt. Obwohl die Griechen die gleiche Renten- und Krankenkassenbeiträge wie die Deutsche bezahlen müssen.
    Da steht das Verhältnis bei 1/10 sogar.
    Schon merkwürdig, oder? Dabei, wie Sie sagen, sie sollen faul sein!
    Vielleicht solltest Du es mit ausländischen Medien versuchen und nicht nur deutsche.

  • Ja, die Adresse lautet: Märchenland bei den deutschen Medien.
    Das war früher der Springerpresse reserviert, heute ist fast die gesamte deutsche Medienlandschaft verseucht.

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