Parlamentsbeschluss
Niederlande erhöhen Renteneinstiegsalter

Die Niederländer müssen in Zukunft länger arbeiten. Das Rentenalter wird stufenweise auf 67 Jahre erhöht. Eine unvermeidliche Maßnahme, meint die Regierung. Doch die Gewerkschaften fühlen sich übergangen.
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Den HaagIn den Niederlanden wird das Rentenalter stufenweise von 65 auf 67 Jahre erhöht. Das beschloss die Erste Kammer des Parlaments in der Nacht zum Mittwoch in Den Haag. Zuvor hatte bereits die Zweite Kammer dem Gesetz zugestimmt.

Damit wird das Rentenalter ab 2013 zunächst um einen Monat erhöht. 2023 sollen die Niederländer dann erst mit 67 Jahren in Rente gehen können. Angesichts des demografischen Wandels sollen die Renten so dauerhaft bezahlbar bleiben.

Der Sozial- und Arbeitsminister Henk Kamp sprach von einem „historischen Beschluss“, der angesichts der zunehmenden Überalterung unvermeidlich sei. Der Staatshaushalt werde durch die steigenden Sozialausgaben zu hoch belastet. „Die Rentner der Zukunft können genau wie die Rentner heute mit ihrer Rente rechnen“, betonte er.

Die Gewerkschaften kritisierten allerdings, dass der Beschluss zu schnell gekommen sei, nachdem jahrelang über die Erhöhung des Rentenalters gestritten wurde. „Es ist unbegreiflich, dass eine Frage mit so großen Folgen durch das Parlament gejagt wird und der Wähler nicht die Chance hat, sich dazu zu äußern“, erklärte der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes FNV, Ton Heerts.

In den Niederlanden finden am 12. September vorgezogene Parlamentswahlen statt. Die bisherige Mitte-Rechts-Regierung hatte im Frühjahr gemeinsam mit drei Oppositionsparteien ein Maßnahmenpaket vereinbart, mit dem das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf drei Prozent gesenkt werden soll. Dazu gehörte auch die Anhebung des Rentenalters, das seit 1957 bei 65 Jahren lag.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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