Parlamentswahl
Anschläge zum Wahlauftakt in Indien

Der Beginn der Parlamentswahlen in Indien ist von mehreren Anschlägen überschattet worden. Die Polizei vermutet radikale Maoisten hinter den Attentaten, bei denen 15 Menschen ums Leben kamen.

HB NEU-DELHI. Bei der Explosion einer Mine im Bundesstaat Chhattisgarh kamen am Donnerstag fünf Wahlhelfer ums Leben. Bei mehreren anderen Anschlägen wurden im Osten und im Zentrum des Landes zehn Polizisten getötet. Die Parlamentswahl ist in fünf Schritte gestaffelt und endet am 16. Mai. Erst dann werden die Ergebnisse vorliegen.

Der Ausgang der Abstimmung ist Experten zufolge offen. In den vergangenen Jahren ist der Einfluss der beiden großen Parteien - die mit Partnern regierende gemäßigt linke Kongress-Partei und die hinduistisch-nationalistische BJP - gesunken. Zusammen könnten sie in diesem Jahr weniger als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen. Eine "Dritte Front" genannte Gruppe aus Kommunisten und regionalen Parteien kämpft um eine gute Ausgangsposition für Verhandlungen über eine Koalition. Diese könnte damit schwach und instabil werden, befürchten Experten. Wahlberechtigt sind insgesamt mehr als 700 Mio. Menschen aus einer Vielzahl von Kasten, Klassen und Regionen. Bei der am ersten Teil-Wahl am Donnerstag können rund 140 Mio. Menschen ihre Stimme abgeben. Nachwahlbefragungen sind verboten.

Seit den Wahlen 2004 sind indische Großstädte immer wieder von verheerenden Terroranschlägen mit hunderten Toten erschüttert worden. Für fast alle Angriffe wurden Drahtzieher in den Nachbarländern Pakistan und Bangladesch verantwortlich gemacht. Im vergangenen Jahr bekannte sich erstmals eine einheimische Extremistengruppe - die Indischen Mudschaheddin - zu mehreren Bombenattentaten. Hinzu kommen ungelöste innerstaatliche Konflikte, die etwa in Kaschmir und im Nordosten (Separatisten) sowie in Zentralindien (Maoisten) jedes Jahr hunderte Opfer fordern.

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