Parlamentswahl
Frust und Resignation destabilisieren Griechenland

„Wachst wieder“, raten alle den schuldengeplagten Griechen. Doch wohlgemeinte Ratschläge und Projekte können nicht verhindern, dass die Bürger resignieren. Bei der Wahl in zehn Tagen bekommt die Politik die Quittung.
  • 21

AthenDie Weisheit kennt mittlerweile jedes Kind in Griechenland: Wenn im Land nicht investiert wird, wird es aus seinem Teufelskreis nicht herauskommen. Der harte Sparkurs lässt die Wirtschaft schrumpfen, was dann wieder neues Sparen notwendig macht. Nur woher das dringend benötigte Wachstum kommen soll, kann derzeit keiner genau sagen. Neue Pläne werden zwar fast jede Woche ausgearbeitet und präsentiert. Brüssel demonstriert nach außen hin Zuversicht. Doch viele Bürger in Griechenland verlieren die Geduld.

„Wir brauchen Arbeit jetzt und nicht Feststellungen und Pläne für übermorgen. Unsere Kinder wandern aus“, sagt Thanassis Zisis, ein Bäcker im Athener Stadtteil Vyron. Noch seien die Bürger relativ ruhig. „Fragt sich, für wie lange noch“, mahnt Zisis.

Die Arbeitslosigkeit erreichte im Januar 21,8 Prozent, von den jungen Leuten hat jeder zweite keinen Job. Seit den 1920er Jahren war die Lage nicht so drastisch. Gut ausgebildete Nachwuchskräfte wie Ärzte, Ingenieure und Chemiker suchen Arbeit im Ausland. Andere lassen sich von den Sirenen extremistischer Parteien locken.

Deren Losung, ob von rechts oder links, gleicht einer Verschwörungstheorie: Das Land sei angeblich „besetzt“ von der Geldgeber-„Troika“ aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internatonalem Währungsfonds (IWF). Schuld am griechischen Verhängnis seien nicht eigene Versäumnisse, sondern das Ausland.

Die Kommunisten fordern sogar den Austritt aus der Eurozone und die Einführung der alten Währung Drachme.

In wenigen Wochen, am 6. Mai, sind die Bürger zur Neuwahl des Parlaments aufgerufen. Die Extremisten können sich Umfragen zufolge gute Chancen ausrechnen - sogar die Faschisten der „Goldenen Morgenröte“ könnten in der momentanen Stimmungslage den Einzug schaffen.

Kommentare zu " Parlamentswahl: Frust und Resignation destabilisieren Griechenland"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Photovoltaik hat hier keine Arbeitsplätze geschaffen und sie wird auch in GR keine schaffen. Hört mit dem linkischen Quatsch auf.

    Es ist gut, dass GR untergeht. Ihr wolltet nicht hören, jetzt sollt Ihr die krise fühlen. Die GR hatten die Chance aus dem Euro auszutreten. Jetzt sollen sie darben.

  • Von Griechenland wird Unmögliches verlangt, soviel ist klar. Die sollen ihre Wirtschaftsgeschichte 2012 bis 2062 anscheinend bei Münchhausen abschreiben. Ist Ihnen aufge-fallen, dass Sie eine Statistik haben, die mit "BIP-Wachstum" beschriftet ist. Ein solches "Wachstum" auf Kosten der Kreditgeber gab es tatsächlich im Jahre 2007. Im Jahre 2008 bis 2011 lautet die richtige Beschrif-tung "BIP-Schrumpfung". Das Handelsblatt sollte darüber nachdenken, ob es schon durch falsche Beschriftung unreflektiert eine Wachstumsideologie vermittelt, die weder der finanzwirtschaflichen Realität in Griechenland noch in Europa entspricht. Eine saubere Berichterstattung sollte den Ruch vermeiden, unreflektiert einer Wachstumsideologie anzuhängen. Die Perspektive von Deutschland, Griechenland und Europa insgesamt ist : Weniger Menschen. Weniger junge Menschen. Weniger Geld. Erstarken außereuropäischer Volkswirtschaften zu Lasten Europas. Es ist die Perspektive des weniger ! Deutschland und Europa müssen sich JETZT dieser Herausforderung stellen, wenn nicht die geburtenstarken Jahrgänge in Altersarmut versinken sollen. Lebensqualität trotz SCHRUMPFENDER Ressourcen ist die Schicksalsfrage für Deutschland und Europa.

  • Was haben Kohl ,Schröder ,Merkel dem Deutschen Volk nur angetan .
    Das Volk wurde praktisch vergewaltigt .Der normal denkende
    Mensch in DE kann es einfach nicht realisieren , daß deutsche Bürger für Ausländer horrende Beträge zahlen
    müssen bis zum privaten Bankrott (ESM ).
    Hat dies noch etwas mit Demokratie zu tun ,auf keinen Fall.
    Hier wird den Bürgern die Diktatur diktiert .
    Fast alle Politiker von den fundamentalistischen Parteien
    regieren gegen das Volk u. den Kritikern wie Bosbach ,
    Willsch ,Schäffler usw. wollten die Herren Kauder
    u.Altmaier den Maulkorb verpassen mit der ESM Abstimmung .

    Deutschland muß die Schweizer Demokratie in die Verfassung
    verankern .Deutsche Bürger wollen ein aktives politisches
    Mitspracherecht (Volksbegehren )

    Es muß endlich Schluß sein mit EU u. Schulden-Euro !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%