Parlamentswahl in Afghanistan: Helfer ermordet, Abstimmung manipuliert

Parlamentswahl in Afghanistan
Helfer ermordet, Abstimmung manipuliert

Die Parlamentswahl in Afghanistan ist am Wochenende von Anschlägen und Manipulationsvorwürfen überschattet worden. Bei der Abstimmung gaben am Samstag rund eine Million weniger Menschen ihre Stimme ab als bei der Präsidentenwahl vor einem Jahr. Gleichwohl würdigten Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon und Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen den Mut der Afghanen, sich an der Wahl zu beteiligen.
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HB KABUL. Ban hob besonders das Engagement der mehr als 2500 Männer und Frauen hervor, die sich um die 249 Parlamentssitze beworben hatten. Mit ersten Ergebnissen der Wahl wird nicht vor dem 8. Oktober gerechnet.

Bei einer Serie von Anschlägen der Taliban kamen mindestens 14 Menschen ums Leben. Am Sonntag wurden zudem die Leichen von drei Wahlhelfern gefunden, die zuvor verschleppt worden waren. Die radikal-islamischen Taliban, die 2001 mit Hilfe internationaler Truppen von der Macht verdrängt worden waren, hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen und mit Attentaten gedroht.

Die Abstimmung gilt als wichtiger Test für die weitere Stabilisierung des Landes am Hindukusch. Die unabhängige Wahlkommission gab die Zahl der abgegebenen Stimmen am Sonntag mit vier Mio. an. Damit lag die Beteiligung erheblich unter der Parlamentswahl von 2005, als schätzungsweise 6,4 Mio. Menschen ihre Wahlzettel in die Urnen warfen.

Aus Angst vor Racheakten der Taliban gingen viele Afghanen nicht wählen. Die Islamisten haben unter anderem damit gedroht, Wählern den in Tinte getränkten Finger abzuschneiden. „Ich riskiere mein Leben nicht für einen Kandidaten“, sagte ein Bewohner in der südlich von Kabul gelegenen Stadt Logar. Andere ließen sich von den Drohungen nicht einschüchtern: „Es geht um die Zukunft Afghanistans“, verkündete der Student Sohail Bajar nach der Stimmabgabe in Kabul. „Die Leute wollen die Taliban nicht zurückhaben. Deshalb sollte jeder Afghane wählen gehen.“

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  • @ Wambacher

    „Solang Osama bin Laden und seine Terroristen leben wird es keine Ruhe in den muslimischen Ländern geben.“

    Solange sich die westliche Welt in die inneren Angelegenheiten der islamischen Welt einmischt und Muslime dem irrglauben unterliegen diese westliche Welt hätte dem islam den Krieg erklärt um ihn zu vernichten, werden Wahlen oder Regierungen, wie die in Afg, immer wieder von den „wahren Gläubigen“ bekämpft werden, denn Demokratie und islam sind nicht kompatibel.

  • Solang Osama bin Laden und seine Terroristen leben wird es keine Ruhe in den muslimischen Ländern geben.

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