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Parlamentswahl in Italien: Berlusconi könnte schon 2013 zurückkehren

Italiens Ex-Ministerpräsident hat angedeutet, dass er womöglich schon bei der kommenden Parlamentswahl kandidieren will. Berlusconi sagte auf die Frage von Journalisten, er erwäge, "aufs Spielfeld zurückzukehren."

Denkt über eine baldige Kandidatur nach: Silvio Berlusconi. Quelle: dpa
Denkt über eine baldige Kandidatur nach: Silvio Berlusconi. Quelle: dpa

RomItaliens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi hat angedeutet, womöglich doch bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr anzutreten. Auf die Frage von Journalisten, ob er erwäge "aufs Spielfeld zurückzukehren", antwortete er am Samstag: "Ich denke darüber nach." Ende Oktober hatte er erklärt, sich nicht als Spitzenkandidat seiner Partei, der PDL, aufstellen zu lassen.

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Das Mitte-Rechts-Lager hat eigentlich für den 16. Dezember eine Urwahl zur Ermittlung ihres Spitzenkandidaten angepeilt. Eine solche Veranstaltung "würde jedoch nicht viel Sinn machen", sollte Berlusconi entscheiden, selbst wieder anzutreten, sagte PDL-Parteisekretär Angelino Alfano am Samstag.

Die Skandale um Silvio Berlusconi - Eine Chronologie

  • Juni 2009

    Die spanische Zeitung „El País“ veröffentlicht Bilder halb nackter Frauen auf Berlusconis Anwesen in Sardinien.

  • Oktober 2009

    Ein Mailänder Gericht verurteilt Berlusconis Holding Fininvest wegen eines „gekauften Urteils“ beim Erwerb des Verlags Mondadori zu einem Schadenersatz in Höhe von 750 Millionen Euro an den Konkurrenten Cir SpA.

  • Mai 2010

    Berlusconi setzt sich für die minderjährige „Ruby“ ein, nachdem sie unter Diebstahlsverdacht von der Polizei festgenommen wurde. Viele sehen darin einen Fall von Machtmissbrauch.

  • 15. Juni 2010

    Das Gericht der Europäischen Union entscheidet, dass Berlusconis Medienkonzern Mediaset und weitere Fernsehsender und Kabelbetreiber staatliche Beihilfen in Millionenhöhe zurückzahlen müssen. Mediaset soll bei der Umstellung von analogem auf digitales Fernsehen 2004 von der italienischen Regierung bevorzugt worden sein.

  • 5. Juli 2010

    Nach nur knapp drei Wochen im Amt erklärt der Minister für die Verwirklichung des Föderalismus, Aldo Brancher, vor Gericht, wo er sich wegen Hehlerei in einem Bankenskandal verantworten muss, seinen Rücktritt aus der italienischen Regierung. Berlusconi hatte seinen langjährigen Vertrauten und einstigen Manager seiner Firma Fininvest ins Kabinett geholt, um ihn damit der Justiz zu entziehen. Am 28. Juli wird Brancher wegen Hehlerei zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

  • 17. Oktober 2010

    Die Zeitung „La Repubblica“ veröffentlicht einen Bericht über merkwürdige Finanztransfers von Berlusconi. Er soll zwischen 2005 und 2009 mehr als 20 Millionen Euro über eine schweizerische Bank an die Offshore-Gesellschaft Flat Point in Antigua überwiesen haben, wobei der Zweck der Zahlungen als suspekt gilt.

  • 6. April 2011

    Vor einem Gericht in Mailand beginnt der Prozess gegen Berlusconi wegen einer Sexaffäre mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ministerpräsidenten vor, in 13 Fällen Sex gegen Bezahlung mit der damals 17-jährigen Marokkanerin „Ruby“ gehabt und später seinen Einfluss geltend gemacht zu haben, um den Fall zu vertuschen.

  • 9. Juli 2011

    Ein Berufungsgericht in Mailand verurteilt das Familienunternehmen von Berlusconi wegen Korruption zur Zahlung von 560 Millionen Euro an eine Konkurrenzfirma. Bei der Übernahme des Verlags Mondadori sollen Mitarbeiter von Berlusconis Fininvest-Holding einen Richter bestochen haben. Mit seiner Entscheidung bestätigt das Berufungsgericht ein Urteil von 2009 aus einer niedrigeren Instanz. Die Richter reduzieren jedoch den Schadenersatzanspruch von ursprünglich 750 Millionen Euro.

  • 1. September 2011

    Der Geschäftsmann Gianpaolo Tarantini wird wegen mutmaßlicher Erpressung von Berlusconi festgenommen. Der Unternehmer hatte eingeräumt, Prostituierte für Partys im Anwesen des Politikers engagiert zu haben. Nun wird er verdächtigt, Schweigegeld für seine Kooperation bei laufenden Ermittlungen gefordert zu haben.

    Am selben Tag wird bekannt, dass der Regierungschef in einem abgehörten Telefongespräch über sein Land herzog. „In ein paar Monaten verschwinde ich aus diesem Scheißland, von dem mir schlecht wird“, soll der Regierungschef gepoltert haben. Das sei eines dieser Dinge, die man am späten Abend mit einem Lächeln sage und nicht ernst meine, wurde er kurz darauf von italienischen Medien zitiert.

  • 17. September 2011

    Oppositionspolitiker fordern Aufklärung darüber, ob Berlusconi tatsächlich Prostituierte in Regierungsflugzeugen zu seinen Privatpartys eingeflogen habe. Italienische Medien veröffentlichten Mitschriften aus abgehörten Telefonaten, die aus Ermittlungen gegen Tarantini stammen. Dieser soll Frauen für Sex mit Berlusconi bezahlt haben. Den Mitschriften zufolge prahlte Berlusconi damit, in einer Nacht „nur mit acht Frauen“ geschlafen zu haben, als elf vor seiner Zimmertür Schlange gestanden hätten.

  • 27. September 2011

    Die Nachrichtenagentur ANSA berichtet, dass Tarantini auf freien Fuß gesetzt wurde. Tarantini war zuvor unter dem Verdacht festgenommen worden, er habe Berlusconi erpresst. Wie ANSA meldet, sah es ein Gericht in Neapel als erwiesen an, dass es sich umgekehrt verhielt und Berlusconi den Unternehmer für Falschaussagen bezahlte.

  • 12. November 2011

    Wegen zu geringen Rückhalts unter den Abgeordneten tritt Berlusconi von seinem Amt als Regierungschef zurück.

  • 4. April 2013

    Ruby erklärt vor den Toren des Gerichts: „Ich hatte nie Geschlechtsverkehr gegen Geld und ich hatte nie Geschlechtsverkehr mit Silvio Berlusconi“. Sie fordert, im Prozess aussagen zu dürfen. Ihre Befragung war mehrfach verschoben worden.

  • 13. Mai 2013

    Die Staatsanwaltschaft fordert für den Ex-Regierungschef eine Haftstrafe von sechs Jahren. Zudem soll ihm lebenslang verboten werden, öffentliche Ämter zu bekleiden.

  • 17. Mai 2013

    In einem Nebenverfahren sagt Ruby aus, sie habe sich bei den „Bunga-Bunga-Partys“ als 19-jährige Verwandte des damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak ausgegeben. Berlusconi hatte erklärt, er habe bei der Polizei angerufen, um diplomatische Probleme mit Kairo zu vermeiden.

  • 31. Mai 2013

    Im Nebenverfahren fordert die Anklage sieben Jahre Haft für drei Vertraute Berlusconis. Diese hätten die Frauen für die Feste organisiert und sich der Herbeiführung und Begünstigung der Prostitution Minderjähriger schuldig gemacht.

  • August 2013

    Das höchste Gericht des Landes bestätigte die vierjährige Haftstrafe der unteren Instanz gegen den Unternehmer und Politiker. Das Ämterverbot für Berlusconi muss allerdings neu verhandelt werden. Der 77-jährige hat Berufung eingelegt.

  • Februar 2014

    Erneuter Vorwurf gegen Berlusconi. Um seinen Vorgänger Romano Prodi zu stürzen, soll der Ex-Premier Senatoren bestochen haben. Das Ergebnis der Verhandlungen steht noch aus.

Es gibt allerdings auch Spekulationen, Berlusconi könne sich von den PDL lossagen und ein Comeback über eine andere, womöglich neue Partei versuchen. Berlusconi hatte vergangenes Jahr den Posten als Regierungschef für Mario Monti und dessen Technokratenregierung geräumt, als sich die Schuldenkrise in Europas drittgrößter Volkswirtschaft zuspitzte.

Skandal-Politiker Er ließ kein Fettnäpfchen aus

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In Umfragen hat die PDL im Vergleich zur Wahl von 2008 deutlich an Rückhalt verloren. Als Favorit gilt das Mitte-Links-Bündnis, das auf einer Urwahl an diesem Sonntag in einer Urwahl seinen Spitzenkandidat bestimmen will. Die größten Chancen werden dabei dem Chef der Demokratischen Partei (PD), Pier Luigi Bersani, und dem Unternehmer und Bürgermeister von Florenz, Matteo Renzi (ebenfalls PD), eingeräumt. Eineinhalb Millionen Menschen hatten sich vor dem Votum in Wahllisten eingetragen.

Die Entscheidung, wer das Mitte-Links-Bündnis der Demokratischen Partei mit kleineren Gruppen in die Parlamentswahl führt, sollte bis Mitternacht feststehen. In Umfragen ist die PD derzeit mit Abstand die stärkste Partei in Italien.

In Italien läuft eine breite Diskussion darüber, ob der parteilose Regierungschef Mario Monti nach den Wahlen wieder Ministerpräsident werden sollte. Der eingesetzte, also nicht gewählte Monti könnte aber nicht als Spitzenkandidat Wahlkampf machen, hatte Staatspräsident Giorgio Napolitano klargestellt.

 

  • 25.11.2012, 18:34 UhrPeer-Bilderberger

    Wow klar, wir haben Frau Merkel ja auch wegen ihrer Schönheit gewählt
    und darum werden die netten Italiener auch der Herrn Ber-Lustkönig wegen seiner Regierungskompetenz wählen.

    Ob da dann auch die Bilderberger mitspielen werden?



  • 25.11.2012, 14:04 UhrUlrich62

    Ha ha ha ha
    Berlusconi noch einmal antreten? Da lachen ja die Hühner!!
    Hat er mal wieder etwas PR gemacht,der Gute.Lasst ihn doch.

    "Berlusconi hatte vergangenes Jahr den Posten als
    Regierungschef für Mario Monti und dessen Technokratenregierung geräumt, als sich die Schuldenkrise in Europas drittgrößter Volkswirtschaft zuspitzte."

    Jo,so kann man es auch sehen.
    Staatspräsident Giorgio Napolitano hat ihn rausgeschmissen
    wäre sicher zutreffender!

    "Der eingesetzte, also nicht gewählte Monti könnte aber nicht
    als Spitzenkandidat Wahlkampf machen, hatte Staatspräsident
    Giorgio Napolitano klargestellt."

    Braucht er ja auch nicht, Napolitano bestimmt den MP,
    nicht das Parlament.Hat ja auch keine Partei,wie will er dann
    Wahlkampf machen.

    Nix Gauck, der Mann HAT Format!!

    Die können wählen was sie wollen,ist eh egal!

    Italien ist schööön!

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