Parlamentswahl in Italien
Berlusconi vor Wahlniederlage

Bei der Parlamentswahl in Italien zeichnet sich nach ersten Prognosen ein Sieg von Oppositionschef Romano Prodi ab. Sein Mitte-Links-Bündnis liegt demnach deutlich vor dem Mitte-Rechts-Bündnis von Ministerpräsident Berlusconi. Italien steht damit vor einem Regierungswechsel.

HB ROM. Das Mitte-Links-Lager Prodis komme in beiden Kammern auf 50 bis 54 Prozent der Stimmen, berichtete das staatliche Fernsehen unter Berufung auf Wählerbefragungen. Dagegen habe das Mitte-Rechts-Bündnis Berlusconis lediglich zwischen 45 und 49 Prozent erreicht, hieß es kurz nach Schließung der Wahllokale am Montag. Vor allem die Berlusconi-Partei Forza Italia brach den vorliegenden Prognosen zufolge deutlich ein: Sie kam vor fünf Jahren noch auf 29 Prozent, heute nur noch auf 20 bis 23 Prozent, berichtete das Fernsehen weiter.

Der zweitägigen Abstimmung war ein überaus harter Wahlkampf vorausgegangen. Berlusconi, der zugleich der reichste Unternehmer des Landes und Besitzer der drei größten TV-Privatsender Italiens ist, gilt als einer der umstrittensten Politiker in der Europäischen Union. Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Prodi war bereits von 1996 bis 1998 Regierungschef in Rom.

Ein Experte im staatlichen Fernsehen kommentierte: „Die Regierung Berlusconi ist entlassen worden.“ Ein Mitglied der Linksunion meinte: „Italien hat entschieden, ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Den Rechnungen zufolge kommt das Mitte-Links-Lager Prodis im Senat auf 159 bis 170 Sitze. Die Mitte-rechts-Allianz von Berlusconi erhält demnach lediglich 139 bis 150 Mandate. Nach dem neuen Verhältniswahlrecht mit einem Bonus für das stärkste Parteienbündnis erhalte das Prodi-Lager im Abgeordnetenhaus mindestens 340 von insgesamt 630 Sitzen. Vor fünf Jahren hatte das Berlusconi-Lager eine Mehrheit von rund 100 Sitzen in der Abgeordnetenkammer gewonnen.

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