Parlamentswahl in Österreich
Schüssel bangt um Koalitionspartner

Der Herausforderer greift an: „Es ist bedrohlich, dass der Kanzler ein Vorbild an Illegalität ist“, sagt Alfred Gusenbauer, der Sozialdemokrat, der am kommenden Sonntag in Österreich zum Regierungschef gewählt werden möchte.

WIEN. Der Amtsinhaber kontert: „Sie sind der Angstmacher. Ich bin der Mutmacher“, sagt Wolfgang Schüssel, der Kanzler in Österreich bleiben will.

Ob die Österreicher aber schon am Sonntag wissen, welcher der beiden Streithähne sie künftig regiert, ist derzeit mehr als ungewiss: Sieben Parteien haben realistische Chancen, ins Wiener Parlament einzuziehen. Keine wird es, so viel gilt als sicher, auf eine absolute Mehrheit bringen. Entsprechend groß ist die Zahl der möglichen Koalitionen. Und selbst im Kanzleramt am Wiener Ballhausplatz rechnet hinter vorgehaltener Hand niemand damit, dass das Land schon vor dem Jahreswechsel wieder eine Regierung hat, die in der Lage ist, ihre Arbeit aufzunehmen.

In den Umfragen liegt derzeit die regierende Österreichische Volkspartei (ÖVP) mit 38 Prozent klar vorn. Sie zehrt vom Bonus, den der langjährige Regierungschef Schüssel genießt. Die Sympathiewerte für den Kanzler, der das Image eines politischen Fuchses pflegt, überragen die Umfrageergebnisse für seine Partei deutlich.

Immerhin kann die Volkspartei nach gut vier Regierungsjahren inhaltlich eine solide Bilanz ziehen. Sie hat Reformen wie die Senkung der Körperschaftsteuer auf den Weg gebracht. Und sie ist beherzter als die Vorgängerkoalitionen daran gegangen, das österreichische Geflecht von Politik und Wirtschaft zu entwirren. Zudem ist eine Reihe ehemals staatlicher Betriebe privatisiert worden.

Wenn Schüssel allerdings derzeit durch die Lande zieht und sich mit einer vergleichsweise niedrigen Arbeitslosigkeit und Verschuldung schmückt, greift er nach Lorbeeren, die nicht ihm allein gebühren: Österreich ist der größte Gewinner der EU-Osterweiterung. Die Wirtschaft boomt, weil es kaum ein Unternehmen im Land gibt, das nicht gute Geschäfte in Osteuropa macht.

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