Parlamentswahl
Island vor Linksrutsch

Bei den vorzeitigen Parlamentswahlen in Island hat sich am Samstag ein deutlicher Linksrutsch abgezeichnet. Nach einer am Wahltag in der Zeitung "Morgunbladid" veröffentlichten Gallup-Umfrage wollten mehr als 57 Prozent für die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir (66) und die mit ihnen in der Regierung zusammenarbeitenden Linksgrünen stimmen.

HB REYKJAVIK. Bei den Wahlen vor zwei Jahren kamen beide Parteien zusammen auf 41 Prozent.

Sie hatten im Februar eine große Koalition unter dem konservativen Ministerpräsidenten Geir Haarde (58) abgelöst, der nach heftigen Straßenprotesten gegen die massiven Folgen der Finanzkrise auf der Atlantikinsel abtreten musste. Haarde trat nicht wieder an. Seine Partei musste sich nach den Umfragen auf den Verlust von einem Viertel ihrer bisher über 30 Prozent liegenden Wählerschaft einstellen.

Beobachter in Reykjavik rechneten mit einer niedrigen Beteiligung und möglicherweise auch ungewöhnlich vielen blank (ungültig) abgegebenen Stimmzetteln unter den 227 000 Wahlberechtigten. Dies galt als Ausdruck von Verbitterung und Vertrauensverlust gegenüber den etablierten Parteien im Gefolge der Finanzkrise.

Die Krise hat den 320 000 Isländern nach dem Zusammenbruch ihrer Banken bisher unter anderem einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von einem auf knapp zehn Prozent, drastische Steigerungen der Lebenshaltungskosten, Leitzinsen von 15,5 Prozent und eine gigantische Verschuldung des Staates gebracht. Das Wahlergebnis wurde gegen Mitternacht erwartet.

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