Parlamentswahl
Italiener stimmen noch bis heute Nachmittag ab

Nach dem Sturz von Ministerpräsident Romano Prodi Ende Januar müssen die Italiener darüber abstimmen, ob der frühere römische Bürgermeister Walter Veltroni Regierungschef wird oder Oppositionsführer Silvio Berlusconi nach 1994 und 2001 zum dritten Mal an die Macht kommt. Die vorgezogene Parlamentswahl wird heute abgeschlossen.

HB ROM. Die Wahllokale in Italien sind heute noch einmal von 7 Uhr bis 15 Uhr geöffnet. Erste Ergebnisse werden kurz danach erwartet. Am Sonntag, dem ersten Tag der Abstimmung, schlossen die Wahllokale um 22 Uhr. Die Wahlbeteiligung war bis dahin gering und lag bei etwa 64 Prozent.

Bei der letzten Wahl 2006 hatten bis dahin 66 Prozent der mehr als 47 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Beherrscht wird die Wahl von der weit verbreiteten Unzufriedenheit mit den Politikern und der wirtschaftliche Stagnation. Die Neuwahl war nach dem Scheitern der bisherigen Mitte-links-Regierung unter Romano Prodi im Januar notwendig geworden.

Sinnbild der Krise, in der sich Italien nach Ansicht politischer Beobachter befindet, war dabei das Müllchaos in Neapel, wo sich wochenlang der Abfall in den Straßen türmte. Aber auch der Versuch, die kriselnde nationale Fluglinie Alitalia zu verkaufen, oder der Skandal um verseuchten Büffel-Mozzarella kratzten am Selbstbewusstsein der Italiener.

Da Prodi nicht noch einmal antreten wollte, stehen sich als Hauptkonkurrenten der 52-jährige ehemalige Bürgermeister von Rom, Walter Veltroni, und der konservative 71-jährige Medienunternehmer Silvio Berlusconi gegenüber, der zum dritten Mal in 14 Jahren Ministerpräsident werden will.

Neu bestimmt werden die Abgeordnetenkammer und der Senat. Außerdem werden die Stadträte und Bürgermeister in mehreren hundert Städten und Gemeinden neu gewählt, darunter auch in Rom. Um ihre Wahlchancen zu verbessern, traten beide Kandidaten mit neu gegründeten Parteien an: Veltroni an der Spitze der Demokratischen Partei und Berlusconi mit dem Bündnis Volk der Freiheit, dem seine eigene Partei Forza Italia, die rechtsgerichtete Nationale Allianz und andere Parteien der Rechten angehören.

Nach dem Scheitern der Regierung Prodi ging Berlusconi zwar mit großem Vorsprung in den Wahlkampf, Veltroni konnte letzten Umfragen zufolge aber etwas aufholen. Entscheidend für den Ausgang der Wahl wird wohl die große Gruppe der unentschlossenen Wähler sein, die sich bis zuletzt noch nicht festgelegt hatte. Unklar war auch noch, wer von den Aufrufen zum Boykott der Wahl profitieren würde.

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