Parlamentswahl
Kopf-an-Kopf-Rennen in Albanien

Nach der Parlamentswahl in Albanien sehen sich am Montag sowohl die regierenden Sozialisten als auch die oppositionelle Demokratische Partei als Sieger. Noch ist aber alles offen, mit Ergebnissen wird erst am Abend gerechnet.

HB TIRANA. Umfragen sagten zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Parteien voraus. Die Wahl am Sonntag verlief nach offiziellen Angaben überwiegend in geordneten Bahnen. Ausländischen Wahlbeobachtern zufolge entsprach sie weitgehend internationalen Standards. Die Europäische Union (EU) hatte die Wahl als Test für die politische Reife des Balkan-Staates auf dem Weg zu einer möglichen Mitgliedschaft in der EU und der Nato bezeichnet.

„Es scheint, ein großer Sieg für uns zu werden“, sagte der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei, Ex-Präsident Sali Berisha. Allerdings rief er seine Anhänger zur Zurückhaltung auf. Auch der sozialistische Regierungschef Fatos Nano zeigte sich zuversichtlich. Er erwarte ein eindeutiges und starkes Mandat für eine dritte Amtszeit. „Der eigentliche Gewinner dieser Wahl ist die Demokratie, ist Albanien“, sagte Nano.

Präsident Alfred Moisiu äußerte die Hoffnung, dass die ausländischen Beobachter erstmals seit Einführung der Demokratie in Albanien vor 15 Jahren die Wahl als frei und fair bewerten würden. Damit könnte das Land eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einem EU-Beitritt nehmen. Die EU hatte Albanien gewarnt, eine erneute Wahl mit demokratischen Mängeln werde die Chancen auf einen Beitritt schwinden lassen.

„Die große Mehrheit der albanischen Wähler hat ihre demokratischen Rechte in einer reifen und anständigen Art und Weise ausüben können“, sagte der Chef der Wahlbeobachter, Jorgen Grunnet. „Einige dieser internationalen Standards wurden weitgehend erfüllt, einige weitgehend nicht, bei anderen lag es dazwischen.“ Es habe aber nur sehr wenige Hinweise auf schwere Unregelmäßigkeiten gegeben. 450 internationale Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSCE), des Europäischen Parlaments und des Europarates sowie 3000 albanische Beobachter begleiteten die Abstimmung über 140 Parlamentssitze, zu der 2,8 Mill. Albaner aufgerufen waren.

Berichte über weit verbreitete Gewalttaten und Einschüchterungen wie bei den vorangegangenen Wahlen seit 1990 lagen nicht vor. Allerdings kam es zu einigen Zwischenfällen. Dabei wurde vor einem Wahllokal in der Hauptstadt Tirana ein Helfer erschossen. Über die Motive der Tat machte die Polizei zunächst keine Angaben.

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