Parlamentswahl
Rechte holen in Österreich 30 Prozent

Die Parlamentswahl in Österreich hat den bisherigen Regierungsparteien SPÖ und ÖVP am Sonntag schwere Verluste beschert. Dagegen brachten sie einen Triumph für die beiden rechten Parteien FPÖ und Jörg Haiders BZÖ.

HB WIEN. Bei der Parlamentswahl in Österreich liegen die Sozialdemokraten (SPÖ) trotz Stimmenverlusten mit 28,6 Prozent der Stimmen vorn. Die beiden rechtspopulistischen Parteien FPÖ und Jörg Haiders BZÖ sind laut einer ersten Hochrechnung die Parteien mit den meisten Stimmengewinnen. Gemeinsam kommen sie am Sonntag auf knapp 30 Prozent der Stimmen und wären vereint stärkste Partei.

Die konservative Volkspartei (ÖVP) stürzte nach dem Scheitern der großen Koalition um fast zehn Prozentpunkte auf 25,1 Prozent ab und fuhr das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ein. Auch die zweite Regierungspartei SPÖ sackte um 6,7 Prozentpunkte auf einen historischen Tiefstand ab, konnte sich aber wie 2006 an der Spitze halten. Die Hochrechnung wurde vom Österreichischen Rundfunk (ORF) auf der Grundlage von 40 Prozent der ausgezählten Stimmen erstellt.

Die Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, Doris Bures, meinte zu dem Ergebnis für ihre Partei: „Wir sind froh, dass wir erste geworden sind. Das ist gut für das Land“. Für die ÖVP gestand Außenministerin Ursula Plassnik „das schlechteste Ergebnis für unsere Partei“ ein.

Die Grünen fielen mit 10,5 Prozent hinter Haiders Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) zurück, das im Vergleich zu 2006 seine Stimmen nahezu verdreifachte und fast 12 Prozent erreichte. Die Freiheitliche Partei (FPÖ) gewann 6,8 Prozentpunkte auf 17,9 hinzu.

BZÖ-Chef Jörg Haider ließ sich dafür feiern, dass seine Partei mit zwölf Prozentpunkten die Zahl von Stimmen und Mandaten fast verdreifacht hat. "Es ging darum, eine Neuauflage der Großen Koalition zu verhindern", sagte Haider im österreichischen Fernsehen ORF. Und das sei seiner Partei nachdrücklich gelungen. Jetzt gehe es darum, "dass es in Österreich etwas Neues geben muss." Seine Partei sei jetzt dazu verpflichtet, ernsthaft eine regierungsfähige Mehrheit in Wien zustande zu bringen.

Haider, seit mehreren Jahren Ministerpräsident in Kärnten, erzielte ein sensationelles Ergebnis in seinem Heimatland, wo das BZÖ auf etwa 40 Prozent der Stimmen gekommen ist. Er wolle sich jetzt nicht nur in Kärnten, sondern auch in Wien politisch engagieren. "Ich werde auf Bundesebene mitmischen", kündigte er an.

Die Koalition aus SPÖ und ÖVP war im Juli nach nur 18 Monaten geplatzt. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) kündigte deshalb seinen Rückzug an. Er wurde an der SPÖ-Spitze von Infrastrukturminister Werner Faymann abgelöst, der die SPÖ auch als Kanzlerkandidat in die Wahl führte.

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