Parlamentswahl

Rechtsliberale gewinnen in Niederlanden

Jubel bei Rechtsliberalen und Sozialdemokraten: In den Niederlanden überzeugt bei den Wahlen eine stabile Regierungskoalition der beiden stärksten Parteien. Die Euro-Skeptiker fallen bei den Wählern durch.
Update: 13.09.2012 - 09:21 Uhr 10 Kommentare

Liberale gewinnen in den Niederlanden

Amsterdam/Den HaagDer niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat nach dem Sieg seiner Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) bei den vorgezogenen Parlamentswahlen eine schnelle Regierungsbildung angekündigt. Die Niederlande benötigten "so schnell wie möglich ein stabiles Kabinett", sagte Rutte in der Nacht zu Donnerstag bei der VVD-Wahlparty. Dann werde er dafür arbeiten, dass die Niederlande "gestärkt aus der Krise" hervorgehen.

Zuvor hatte Mark Rutte seine rechtsliberale Partei für Freiheit und Demokratie (VVD) zum Sieger der Parlamentswahl erklärt. Rutte sagte am frühen Donnerstagmorgen, sein Herausforderer Diederik Samsom habe ihn angerufen und ihm zu seinem Wahlsieg gratuliert. Nach Auszählung der Stimmen aus 92 Prozent der Wahlkreise kam die VVD auf 41 der 150 Sitze im Parlament. Samsoms sozialdemokratische Arbeiterpartei (PvdA) erzielte 39 Sitze.

"Lasst uns heute feiern und morgen gehen wir an die Arbeit, damit so schnell wie möglich ein stabiles Kabinett gebildet wird", sagte Rutte vor jubelnden Anhängern in Den Haag. Er werde helfen, die Niederlande aus der Krise zu führen. Das Wahlergebnis macht eine Regierungskoalition aus VVD und PvdA mit Rutte als Regierungschef möglich. Rutte erklärte, er wolle sich noch nicht zu einer möglichen Koalition äußern. Koalitionsverhandlungen können erst beginnen, wenn das offizielle Endergebnis am Montag bestätigt wird.

Rutte bezeichnete den Wahlsieg der VVD als Bestätigung der Politik seiner Regierung. Das Ergebnis sei eine Aufforderung, die Arbeit fortzusetzen, sagte er. Beide großen Parteien konnten größere Zugewinne erzielen als in Umfragen erwartet. Verluste musste dagegen der Rechtspopulist Geert Wilders hinnehmen, der einen Wahlkampf gegen den Euro geführt hatte. Seine Partei für die Freiheit fiel von 16 auf 8 Sitze. Die Sozialistische Partei blieb unverändert bei 15 Sitzen.

Der schwedische Außenminister Carl Bildt begrüßte das Wahlergebnis. "Es sieht so aus, als ob die populistischen Antieuropäer in der niederländischen Wahl klar verlieren", twitterte er. "Das sind gute Nachrichten."

Die VVD und die PvdA haben sich für Sparmaßnahmen ausgesprochen, um den niederländischen Haushalt den EU-Defizitregeln anzupassen. Sie unterstützen jedoch auch Rettungspakete für Schuldenstaaten wie Griechenland, Spanien und Italien.

  • dpa
  • dapd
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10 Kommentare zu "Parlamentswahl: Rechtsliberale gewinnen Wahlen in Niederlanden"

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  • populistischen Antieuropäer
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    so Bildt aus Schweden.
    Da sit es wieder. Was den linken Vögeln nicht paßt, ist eben populistisch.

  • schließe mich an,

    die Herrenrasse ist nun wieder in ihrem Kretinzustand,
    wo sie auch hingehört.

  • "Die Wahlbeteiligung lag bis 18.00 Uhr bei 48 Prozent", siehe Spiegel. 2010: 75%.
    Hier sieht man, wie dämlich Nicht-Wählen ist! Dann kommen nämlich die Euromanen und sagen: "Hurra, hurra, alles ist so wunderbar! Alle lieben den Euro!"
    Leute, geht wählen! Nicht-Wählen ist die größte demokratische Dummheit!

  • Glückwunsch an die Holländer.

    Die Umfragen für Merkel und Schäuble sehen ja auch ganz gut aus.

    Also wird's wohl voran gehen mit Deutschland und Europa.

  • ...."jeder selbst retten muss"....- am ehesten geht das beim zunehmend sichtbaren Zukunftsbild (zumindest Europa) durch selbst gewollten Hungertod. Hier kann man selbst steuern. Oder auswandern. Beispielsweise Kanada - nicht USA, was alle denken. Oder Schweiz. Alles Andere ist nur Wortgefasel.

  • Hab ich auch erst gedacht.
    Aber man muß sich auch vor Augen halten das
    viele bis heute nicht wissen was vorgeht und immer so weiter wählen, rational ist das sonst nicht mehr erklärbar. Das wird deutlich wenn man mal willkürlich jemanden nach dem ESM fragt.
    Ich wage mal für Deutschland die Prognose das heute für mehr Leute die Top-Nachricht das Iphone 5 war als das BVG-"Urteil".
    Wie auch immer, heute ist klar das sich jeder selbst retten muss - alles andere ist Geschichte.

  • Niederländer lassen Euroskeptiker für Stabilität abblitzen
    Gelddrucken = Stabilität
    Die Niederlaender sind genauso dumm wie die Deutschen.

  • Wer überlässt denn heute noch etwas dem Zufall?

  • Europafreundliche Koalition? Schade.

    Ich hab einen kurzen Fernsehausschnitt gesehen, da hatten die holländischen Sozialisten Werbung für Europa gemacht und gesagt, man veraufe ja nach Europa so viel, so viel Gemüse und Käse und Blumen.

    So tickt Euopa also. Europa braucht weder eine eigene Verfassung noch ein eigenes Parlament, jetzt will Baroso einen Staatenbund (kann seine Frsse nicht mehr sehen).

    Alle haben aber nur ein Ziel. Geld Geld Geld....., wobei ich sagen muss, eigentlich wollen sie noch mehr Geld Geld Geld.

    Ich sage: Europa hat vor 20 Jahren genauso gut oder schlecht funktioniert. Es reicht!!! Der europ.l Währungsverbund war gut genut, NEIN, er war ein großer Erfolg. Der Euro ist gescheitert!!!

    Fakt ist: Man hat das was wirtschaftlich in Europa möglich ist längst erreicht. Nun versucht man mit allen Mitteln noch mehr zu erreichen. Man versucht nur nicht noch mehr durch gute Wirtschaftspolitik und Einsatz und Innovation zu erreichen, daran denkt keiner.

    Man sollte sich mal überlegen was für ein Europa man eigentlich will. KEINER in DE will einen Euopastaat, und keiner will noch mehr Kompetenzen und Demokratie unwiederbringlich an Brüssel abgeben.
    Ich glaube viele Politiker wissen gar nicht was Europa eigentlich ist und in welchen Bereichen man Europa voranbringen sollte, Fiskalpolitik und Haftung und Schuldne gehören da nicht dazu.

  • "Eine Pro-Europa-Regierung ist wahrscheinlich."

    Welch ein Zufall das doch heute alles ist, oder?

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