Parlamentswahl

Rechtsruck in Österreich

Österreichs Regierungskoalition besitzt nach dieser Wahl nur noch eine hauchdünne Mehrheit. Die rechtspopulistische FPÖ ist der große Gewinner. Auch Magna-Gründer Frank Stronach und die Neos schaffen es ins Parlament.
Update: 29.09.2013 - 20:50 Uhr 11 Kommentare
FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache: Seine Partei landet auf Rang drei, legt aber deutlich zu.

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache: Seine Partei landet auf Rang drei, legt aber deutlich zu.

WienIn Österreich ist der große Gewinner der Wahlen die rechtspopulistische FPÖ. Sie legte um 3,2 Prozent auf 20,7 Prozent zu. Die Freiheitlichen haben es damit geschafft, zur drittstärksten politischen Kraft in der Alpenrepublik aufzusteigen. Parteichef Heinz-Christian Strache jubelte bereits kurz nach Schließung der Wahllokale über das „blaue Wunder“. Blau ist die Parteifarbe der Freiheitlichen. Die FPÖ hat mit einem fremdenfeindlichen und europakritischen Wahlkampf zusätzliche Wähler mobilisiert. 

Auch das „Team Stronach“ des Magna-Gründer Frank Stronach kam mit 5,8 Prozent auf Anhieb ins Parlament. Der eigensinnige 81-jährige Stronach machte im Wahlkampf mit populistischen Positionen auf sich aufmerksam.

Mit ihrem Votum haben die Österreicher der Koalition aus SPÖ und ÖVP eine Ohrfeige erteilt. Die Regierung unter Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) besitzt nach dieser Wahl nur noch eine hauchdünne Mehrheit im österreichischen Nationalrat. Nach Hochrechnungen kommt die sozialdemokratische SPÖ nur noch auf 26,6 Prozent (minus 2,7 Prozent) und die konservative ÖVP auf 24 Prozent (minus 2,0 Prozent).

„Das ist ein lauter Warnschuss“, sagte der einflussreiche ÖVP-Politiker Erwin Pröll. „So wie die Koalition bisher regiert hat, darf es nicht mehr weiter gehen.“ Gemeinsam müssten Ziele festgelegt und auch  verfolgt werden.

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11 Kommentare zu "Parlamentswahl: Rechtsruck in Österreich"

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  • ...insbesondere die Deutsche Presse hat sich auf Eurokritiker eingeschossen. Eurokritiker gelten bei den einfallslosen politischen Schreiberlinge in Deutschland, als die aus der rechten Ecke, sogar als Rechtsradikale werden sie stigmatisiert - wie dumm von denen.

  • Malocher hat sicherlich recht mit seiner Beurteilung über
    den Vergleich Deutschland und Österreich. Etwas Hoffnung
    ist allerdings auch bei der BT 2013 gewachsen.
    1. Die Wahlverfälschungen stammen bisher nur aus West-
    Deutschland (Essen, Hamburg, Frankfurt, Ratzeburg, etc.)
    2. Die nächsten drei Landtagswahlen finden in Ost-
    Deutschland statt und da haben die Freien Wähler und
    die AfD zusammen fast 10% Stimmen erreicht.
    3. In Ostdeutschland gibt es wenig Stammwähler. Da
    werden es die CDU und SPD schwer haben, noch Mehr-
    heiten zusammen im Landtag zu bekommen.

  • @ Preusse

    Zitat : was "dämlich und dumm" sein soll.

    - das will ich Ihnen jetzt aber nicht vorenthalten !

    Laut meiner Sicht der Dinge ist "dämlich und dumm" unsere

    Sozialistische Einheitspartei Deutschlands unter Führung der Staatsratsvorsitzenden Merkel, ===> SED ( SPD/CDU/CSU)

  • @Rechner

    Aber Sie wissen doch, in deutschen Systemmedien ist alles "rechts" von der SPD rechtsextrem. Die Mutti-CDU kann man nicht mal mehr nennen, die hat die SPD längst links überholt. Aktuell hat Mutti den Blinker gesetzt, um auch die GRÜNEN links zu überholen. Dann bleibt allenfalls noch die LINKE übrig. Wobei man dies auch schon in Frage stellen muss. Vielleicht hat die Mutti-CDU ja auch nur noch die DKP vor sich auf dem Weg in den Einheitssozialismus a la DDR...

  • Zugegeben - ich bin ja nur wenig in inner-österreichische Verhältnisse bewandert, Eines aber weiß ich: Wenn SPÖ und ÖVP jahre-(jahrzentelang)in einer Koalition miteinander mauscheln, müssen die Wähler auf der Suche nach Alternativen mit einer der 'Rechten' vorlieb nehmen. Es sind im wesentlichen keine 'Rechte' die diese Parteien wählen, sondern PROTESTWÄHLER!

  • Ich habe viele Jahre in Österreich gelebt und habe den Eindruck:
    viele Österreicher sind über die Entwicklung in Deutschland besorgt; sie wollen kein Parteiensystem, dass zu einer sozialistischen Einheitseuropartei verkommt, die von der Hochfinanzlobby und ihren Thinktanks gesteuert wird. Von der FPÖ erhoffen sich viele Schutz vor einer ausufernden Eurokratie und die Wahrung nationaler Interessen. Es lassen sich halt nicht alle Europäer so bevormunden und ausnutzen wie wir Deutschen.

  • Das österreichische Fromat at meldet, dass es wohl knapp
    für die Pro-Euro Große Koalition aus SPÖ und ÖVP reicht.
    Allerdings haben die eurokritischen Parteien FPÖ und
    Team Stronach zusammen 27 % erhalten. Wenn man noch die BZÖ mitrechnet, die knapp an der 4 % Hürde scheiterte,
    haben fast 1/3 der Österreicher Euro-Kritische Parteien gewählt. Da braut sich wohl für die Europawahl im Mai 2014 ein Unwetter über Brüssel zusammen, obwohl die Abgeordneten für Straßburg gewählt werden.

  • Wenn Sie dieses Wahlergebnis als "intelligent" bezeichnen, dann möchte ich nicht wissen, was "dämlich und dumm" sein soll.
    Die Österreicher sind zum Glück in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht, dass sie international kaum noch großen Schaden anrichten können.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Ösis haben intelligenter gewählt !

    Respekt !

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