Parlamentswahl

Ukrainer wählen den Weg Richtung Europa

Bei der Parlamentswahl in der Ukraine entscheiden sich die Bürger für Europa. Regierungschef Jazenjuk kündigt eine Koalition mit dem Block von Präsident Poroschenko an. Wurden Wähler im Osten des Landes eingeschüchtert?
Update: 27.10.2014 - 06:34 Uhr 21 Kommentare

Pro-europäische Parteien bei Wahlen vorne

Kiew/StraßburgDie proeuropäischen Parteien haben die Parlamentswahl in der Ukraine gewonnen. Nach zwei unabhängigen Prognosen wurde der Block von Präsident Petro Poroschenko mit bis zu 23 Prozent stimmenstärkste Kraft, dicht gefolgt von der Volksfront von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. Die kürzlich gegründete proeuropäische Partei Samopomoschtsch wurde demnach mit 14,2 Prozent Dritter. Laut den Prognosen schafften insgesamt sieben Parteien den Einzug in die Oberste Rada.

Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, würdigte die Wahl in der Ukraine als einen „klaren Ausdruck des Wunsches der Bevölkerung in der Ukraine nach Frieden, Demokratie und Einheit des Landes“. Präsident Poroschenko und Regierungschef Jazenjuk seien demokratischen Reformen verpflichtet, sagte Jagland am Sonntag in Straßburg. Dies habe die Mehrheit der Wähler befürwortet.

Nach dem Erfolg der prowestlichen Kräfte hat Jazenjuk eine Koalition seiner Volksfront mit dem Block von Poroschenko angekündigt. „Wir werden in Kürze eine Koalition bilden“, sagte Jazenjuk im TV-Sender 112.

Poroschenko zeigte sich bei einer Wahlparty seines Parteibündnisses offen für eine Zusammenarbeit mit Jazenjuk. „Wenn man mich fragt, ob ich die Volksfront als Koalitionspartner sehe, dann sage ich eindeutig ja.“

Der Präsident schaffte sich mit dem Urnengang erstmals eine eigene Machtbasis in der Rada und holte sich eine Bestätigung seines EU-Kurses. Der Politologe Taras Beresowez sagte, der Posten des Regierungschefs sei für Jazenjuk praktisch zu 100 Prozent sicher.

Neben dem Poroschenko-Bündnis und der Volksfront könnten sich die liberale Partei Samopomoschtsch (Selbsthilfe) und die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko an der Regierung beteiligen. Zusammen kämen sie Prognosen zufolge auf eine deutliche Mehrheit.

Vor Unterstützern in seiner Parteizentrale sagte Poroschenko, dass die Koalitionsverhandlungen bereits am Montag beginnen und höchstens zehn Tage dauern sollten. „Eine Verfassungsmehrheit - mehr als drei Viertel der Wähler - haben kraftvoll und unumkehrbar einen europäischen Kurs für die Ukraine unterstützt“, hieß es in einer Erklärung auf Poroschenkos Webseite „Jede Verzögerung bei Reformen würde den sicheren Tod bedeuten. Deshalb erwarte ich die rasche Bildung einer Koalition.“

Rund 2,8 Millionen Bürger konnten nicht wählen
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21 Kommentare zu "Parlamentswahl: Ukrainer wählen den Weg Richtung Europa"

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  • Der niederländische Staatsanwalt Fred Westerbeke leitet die internationalen Ermittlungen zu MH17. In seinem heutigen Interview mit SPON hat er die USA der mehrfachen Lüge überführt. Die Beschuldigungen der Rebellen und Russland waren falsch. Die Aussage Beweise dafür zu haben, gelogen. "Was uns vorliegt, ist jedenfalls nicht genug, um daraus irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen." quelle=SPON

  • @Holger Aßmann
    Schreiben sie hier nicht solchen Unsinn von wegen "horrende politische Gaspreise". Die Fakten sind leicht ueberpruefbar. Ukraine zahlt die gleichen Preise wie alle anderen auch und bekommt sogar noch Transitgebuehren bezahlt. Also reine Propaganda was Sie da schreiben. Die Amerikanische Aggression halte ich fuer einiges gefaehrlicher wenn man sich mal so ohne vorgefasste Meinung die Kriege der letzten 50 Jahre anschaut.

    Gazprom will charge European clients an average $370 to $380 per 1,000 cubic meters this year, compared with $402 per 1,000 cubic meters last year,
    "http://www.bloomberg.com/news/2013-06-04/gazprom-cuts-2013-gas-export-price-forecast-amid-contract-talks.html"
    Ukraine had to pay off large debts for previously-supplied gas before it would resume supply.

    "(We) reached an agreement," Poroshenko said in an interview with Ukrainian TV channels. "Until March 31 we will fix the price at $385."
    An agreement signed in 2009 by former Prime Minister Yulia Tymoshenko called on Ukraine to pay $485 per 1,000 cubic meters for Russian gas.
    http://www.reuters.com/article/2014/10/18/us-ukraine-crisis-gas-idUSKCN0I70Q820141018

  • Da freut sich nur Brüssel.
    Über die Machterweiterung. Die Mitgliedsstaaten dürfen nur mehr bezahlen. Und sinnvoll ist ein Weg der Ukraine in die EU sowieso nicht. Die ukrainische Regierung muss endlich versuchen, die Interessen aller ukrainischen Bürger zu berücksichtigen. Auch die russlandfreundlichen. Solange das nicht geschieht ist und bleibt die Ukraine ein Unruheherd.

  • @ Herr Holger Aßmann

    >> Obwohl Russland mit aller Macht versucht, die Ukraine zu destabilisieren <<

    Billige propagandistische Floskeln. Destabilisiert haben die Ukraine die Amis und die EU. Die Ukraine ist seit JAHRTAUSENDEN ein Vorhof der slawischen Zivilisation in Europa.

    >> zeigten die Ukrainer, dass sie ein relativ vernünftiges Parlament wählen konnten, und nicht von rechtsradikalen Stimmenfänger sich haben einfangen lassen. <<

    Das relativ vernünftige Parlament, von nur 52 % der Bevölkerung gewählt, ist ein Sammelbecken von Nationalisten, Faschisten , Rechtsradikalen , Oligarchen und Chaoten.


    >> Putin ist eine große Gefahr für den Frieden in Europa, ich befürworte die Sanktionen gegen Russland. >>

    Große Gefahren für Europa stellen solche ahnungslose Propagandaschreiberlinge wie Sie es sind dar.
    Die nur verleumden, verdrehen, täuschen. Und das auf eine billigste Art und Weise.

    >> Wir Europäer sollten jedenfalls den russischen Aggressionen die Stirn bieten. <<

    Die Russen sind KEINE Agressoren. Sie verwechseln hier USA mit Russland ( so dämlich wie sie sind ).

    Die Amis haben alleine in den letzten 13 Jahren 7 Länder überfallen ! Das sind die Agressoren !

    Selten solch einen unqualifizierten Ausguss vor Augen bekommen.


  • "Das Land ist doch ein Witz, so ungefaehr so wie Kazakhstan und Borat."

    Nur dass Borat ein billiger Witz ist, während die Ukraine ein für uns teurer Witz wird.

    Aber wir wählen ja brav weiter Blockpartien. Da ist es völlig korrekt, wenn wir zahlen und bluten.

  • Meine Hochachtung vor dem ukrainischen Volk!

    Obwohl Russland mit aller Macht versucht, die Ukraine zu destabilisieren, (Fallschirmjäger auf die Krim, Waffen und Soldaten in die Ostukraine, horrende politische Gaspreise, KGB-Führungskader wie Strelkov an der Spitze der Seperatisten, übelste Propaganda gegen die Ukraine im russischen Fernsehen)

    zeigten die Ukrainer, dass sie ein relativ vernünftiges Parlament wählen konnten, und nicht von rechtsradikalen Stimmenfänger sich haben einfangen lassen.

    Putin ist eine große Gefahr für den Frieden in Europa, ich befürworte die Sanktionen gegen Russland. Und ich hoffe, dass sich die Ukraine aus den Fängen der russischen Machtpolitik lösen kann, so wie es Polen geschafft hat!

    Wir Europäer sollten jedenfalls den russischen Aggressionen die Stirn bieten. Und billige russische Propaganda zurückweisen!

  • Griechenland war billig zum Vergleich was jetzt kommt, die Oligarchen Maestung in der Ukraine.
    Was genau, ausser organisierter Kriminalitaet, Gasklau, Korruption und Sexindustrie, hat die Ukraine in den rund 20 Jahren ihres Bestehens auf Reihe bekommen? Das Land ist doch ein Witz, so ungefaehr so wie Kazakhstan und Borat.

  • Anbei eine kleine Nachhilfe zu Russland und was es will :

    Putin beim Waldai 2014

    http://www.chartophylakeion.de/blog/2014/10/25/putin-beim-waldai-2014/?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+apxwn+%28chartophylakeion%29#.VEu4K5UcS6J

    Und wenn Sie das durchgelesen und verstanden haben, brauchen Sie hier nicht mehr zu trollen.

  • @ Leon Krausnick

    << Also bei solchen Äußerungen frage ich mich eigentlich immer, ob Sie wirklich auf der Seite Deutschlands und Europas stehen, oder ob Ihre Loyalitäten nicht auf Seiten der Russen sind.>>

    Die Frage Stellt sich nicht ob jemand für D und EU ODER Russland ist. Russland gehört genauso nach Europa wie der Rest der europäischen Staaten. Erdkunde muss nicht Ihre stärke gewesen sein. Politik schon gar nicht.

    Selten so dämliche Kommentare gelesen.

    Der EU - Troll @ Weissenfels schlägt wieder zu und müllt die Foren zu.

  • "Ungarns Parlamentspräsident László Kövér sagte am Donnerstag, dass sich die EU ähnlich wie die Sowjetunion entwickle und man sich allmählich Gedanken über einen Rückzug aus der Organisation machen müsse. ..."

    http://www.gegenfrage.com/ungarns-parlamentspraesident-erwaegt-eu-austritt/

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