Parlamentswahlen in England
Labour will Uni-Gebühren abschaffen und Gesundheitssystem fördern

Die Labour-Partei setzt im Wahlprogramm für die britische Parlamentswahl auf soziale Themen: höhere Steuern für Reiche und mehr Wohnungen für Arme. Die Konservativen sprechen von einer „Weihnachtswunschliste“.
  • 0

BradfordHöhere Steuern für Reiche, mehr Wohnungen für Arme: Die oppositionelle Labour-Partei setzt in ihrem „radikalen“ Wahlprogramm für die britische Parlamentswahl am 8. Juni voll auf soziale Themen. „Das ist ein Manifest für alle und nicht für die wenigen“, sagte Parteichef Jeremy Corbyn am Dienstag in Bradford. Die regierenden Konservativen nannten die Wahlversprechen eine „Weihnachtswunschliste“, die nicht finanzierbar sei.

Die Labour-Partei will mehr Geld in das staatliche Gesundheitssystem NHS (National Health System), das in einer tiefen Krise steckt, pumpen und lange Wartezeiten verkürzen. Schulklassen sollen kleiner und Uni-Gebühren abgeschafft werden. Finanziert werden soll das unter anderem durch höhere Einkommenssteuern bei Großverdienern.

Bahn- und Energieunternehmen sollen dem Alt-Linken Corbyn zufolge verstaatlicht werden. Zudem werden laut Wahlprogramm 10.000 zusätzliche Polizisten eingestellt. Einen ungeregelten Ausstieg aus der EU, wie ihn die Konservativen angedroht haben, lehnt Labour ab.

In den vergangenen Jahren habe unter den regierenden Konservativen nur die Elite profitiert, sagte Corbyn. Er forderte Premierministerin Theresa May zu einem TV-Duell vor der Wahl auf. May lehnte das ab. Die Konservativen wollen am Donnerstag ihr Programm vorstellen. Labour liegt in den Prognosen weit hinter den Konservativen.

Der preisgekrönte Filmemacher Ken Loach (80) schaltete sich unterdessen mit einem Fernsehclip für die Labour-Partei in den Wahlkampf ein. Darin spricht Corbyn über Themen wie Chancengleichheit.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Parlamentswahlen in England: Labour will Uni-Gebühren abschaffen und Gesundheitssystem fördern"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%