Parlamentswahlen in Italien
Prodi fodert Berlusconi heraus

Mit überwältigender Mehrheit hat die italienische Opposition den früheren EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi zu ihrem Spitzenkandidat bei den Parlamentswahlen gekürt. Die Freude des Chefs des Bündnisses „Unione“ wurde allerdings durch einen gravierenden Vorfall bei den Vorwahlen getrübt.

HB ROM. Bei den ersten Vorwahlen des Landes stimmten fast 75 Prozent der Wähler dafür, dass der Wirtschaftsprofessor und frühere Ministerpräsident bei den Parlamentswahlen im Frühjahr gegen Amtsinhaber Silvio Berlusconi antritt. Mit rund vier Millionen abgegebenen Stimmen beteiligten sich weit mehr Anhänger des breiten Mitte-links-Bündnisses Unione an der Wahl als erwartet und stärkten Prodi für den Wahlkampf den Rücken.

„Die Resonanz war unglaublich. Das ist ein Traum“, sagte Prodi am Montag angesichts seiner Drei-Viertel-Mehrheit. Der erfolgreichste seiner sechs Gegenkandidaten innerhalb der Unione wurde mit 15 Prozent Kommunistenchef Fausto Bertinotti. Die hohe Wahlbeteiligung zeige das Bestreben der Italiener, sich Berlusconi vom Hals zu schaffen, erklärten führende Unione-Politiker.

In etwa 10 000 Wahllokalen gaben rund vier Millionen Menschen ihre Stimme ab - vier Mal so viele wie von dem Bündnis erhofft. „So eine Teilnehmerzahl zeigt eine klare, ausdrückliche und unmissverständliche Forderung nach einem Wechsel. Eine Forderung nach frischer Luft“, sagte Piero Fassino, Chef der größten der zehn Unione-Parteien.

Der Wahlgang wurde jedoch von einem Anschlag getrübt: Vor Schließung der Wahllokale erschossen in der Stadt Locri zwei maskierte Männer den Vize-Präsidenten der Regierung der Region Kalabrien, den 54-jährigen Francesco Fortugno. Prodi verurteilte die Tat und erklärte, an einem Tag der Freude habe die Kriminalität versucht, ihrer mörderischen Stimme Gehör zu verschaffen.

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