Parlamentswahlen
Indonesien: Präsidentenpartei liegt vorn

Bei den Parlamentswahlen in Indonesien hat einer gewonnen, der gar nicht zur Wahl stand: Präsident Susilo Bambang Yudhoyono. Mit seiner Popularität katapultierte der 59-jährige Ex-General seine Partei nach ersten Hochrechnungen von 7 auf fast 20 Prozent der Stimmen und damit zur größten Partei im Parlament.

HB JAKARTA. Die bislang stärkste Partei Golkar des 1998 gestürzten Diktators Suharto, fiel dagegen demnach von über 20 auf etwa 13 Prozent ab. Der Präsident wird direkt gewählt, am 8. Juli. Die dritte demokratische Wahl seit dem Ende der Diktatur verlief in dem riesigen Inselreich mit mehr als 5 000 Kilometern Ausdehnung weitgehend friedlich. Lediglich in der östlichsten Provinz Papua kam es zu Konfrontationen. Nach Angaben der Polizei versuchten Separatisten, mit Angriffen auf Polizeistationen die Wahlen zu sabotieren. Fünf Angreifer wurden erschossen.

Yudhoyonos 2001 gegründete Demokratische Partei kam nach der Auszählung repräsentativer Stichproben aus 2100 der mehr als 500 000 Wahllokale auf 19,8 Prozent der Stimmen. "Wenn wir nach einem Sieger schauen, dann habe wir ihn. Die Frage ist, wie hoch der Prozentsatz wird", sagte Rizal Mallarangeng vom Freedom-Institut im Fernsehen. Das Ergebnis ist für die Präsidentenwahl wichtig. Nur, wer ein Viertel der Stimmen oder ein Fünftel der Sitze bekommt, kann einen eigenen Kandidaten nominieren. Die anderen Parteien müssen Koalitionen bilden und sich auf einen Kandidaten einigen.

Yudhoyono gilt schon jetzt als Favorit für eine Wiederwahl. Der Präsident hat die Wirtschaft bislang relativ unbeschadet durch die Krise gesteuert. Analysten und Wähler geben ihm gute Noten für den Kampf gegen islamische Fundamentalistin und korrupte Beamte.

Nach den vorläufigen Hochrechnungen des privaten Umfrageinstituts ISI büßte die Partei der früheren Präsidentin Megawati, die PDI-P, einige Prozentpunkte ein und darf mit 16 Prozent der Stimmen rechnen.

Die islamische Gerechtigkeits- und Wohlstandspartei PKS lag wie vor fünf Jahren bei gut sieben Prozent. Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt. 171 Millionen Menschen waren wahlberechtigt. Sie stimmten über die beiden Kammern des Nationalparlaments ab und über die Besetzung tausender Sitze auf Provinz- und Lokalebene. Das Endergebnis kommt erst am 9. Mai.

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