Parteispenden-Skandal
Scharons Sohn muss hinter Gitter

Der Sohn des schwer kranken israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon ist wegen illegaler Finanzhilfen im Wahlkampf seines Vaters zu neun Monaten Haft verurteilt worden. Hinzu kommt eine Geldstrafe von rund 54 000 Euro.

HB JERUSALEM. Das Gericht in Tel Aviv setzte am Dienstag aber den Strafantritt von Omri Scharon angesichts seines im Koma liegenden Vaters für sechs Monate aus. Omri Scharons Anwalt erklärte, sein Mandant werde das Urteil anfechten.

Der 41-Jährige hatte wegen des bereits zuvor ergangenen Schuldspruchs in dem Parteispenden-Skandal seinen Sitz im israelischen Parlament aufgegeben. Omri Scharon soll für den Wahlkampf seines Vaters um die Führung der Likud-Partei 1999 Briefkastenfirmen eingerichtet haben. Über diese soll Ariel Scharon dann Geld aus dem Ausland zu Gute gekommen sein. Der Ministerpräsident hatte jede Verwicklung in dem Fall zurückgewiesen und erklärt, seine Söhne Gilad und Omri seien alleine für die Finanzierung des Wahlkampfs verantwortlich gewesen.

In der Anklageschrift hieß es, Omri Scharon habe sechs Millionen Schekel (mehr als eine Million Euro) Spenden gesammelt, mehr als sieben Mal so viel wie nach israelischem Wahlgesetz erlaubt. Die Richterin sagte bei der Verkündung des Strafmaßes in Tel Aviv, Omri Scharon habe sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht. Die Haftstrafe solle anderen Personen des öffentlichen Lebens in Israel eine Warnung sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%