Parteitags-Rede
Obama bittet die Amerikaner um Geduld

US-Präsident Obama hat die Abstimmung im November zur Schicksalswahl einer ganzen Generation erklärt. Er warb um Vertrauen  und zog einen scharfen Kontrast zum Gegner. Allein: Es war nicht einer seiner besten Auftritte.
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CharlotteNein, das hier ist nicht mehr das Jahr 2004. Das Jahr, in dem ein hoffungsvoller Jungpolitiker aus Chicago namens Barack Obama zum ersten Mal auf die Weltbühne trat und etwas von „Hope“, Hoffnung, erzählte. Unendlich lange liegt das nun zurück. Nun, im Jahr 2012, ist der einstige Jungpolitiker ergraut und ernster geworden.

Und er selbst lässt keinen Zweifel daran: „Als ich das erste mal vor diesem Parteitag sprach, war ich ein jüngerer Mann“, sagte Präsident Obama am Donnerstagabend auf der Convention der Demokraten in Charlotte, North Carolina. „Acht Jahre später wurde diese Hoffnung auf eine harte Probe gestellt“. Zwei Kriege, eine der schlimmsten Wirtschaftskrisen, politischer Stillstand in Washington – „die Zeiten haben sich geändert, und ich ebenso“, sagte Obama. Die Realität hat „Yes, we can“ längst verschlungen.

Sogar auch hier, am Donnerstagabend. Ausgerechnet bei seiner mit Erwartungen überladenen, wichtigsten Rede des gesamten Wahlkampfes, vor 20.000 Anhängern im Saal und Millionen vor den Fernsehern, wirkte Obama verhalten. Die Wucht, die seine Reden haben können, die Kraft, mit der Ex-Präsident Bill Clinton am Vortag Millionen begeistert hatte – davon war zumindest an diesem Abend wenig zu spüren.

Dabei musste ihm der Kraftakt gelingen, den Amerikanern zu erklären, warum sie ihn am 6. November noch einmal wählen sollten. Trotz Jobkrise, wackeliger Wirtschaft und einer weit verbreiteten Hoffnungslosigkeit. Er zählte seine Erfolge auf – den freien Fall der Wirtschaft gestoppt, Millionen Jobs geschaffen, eine epochale Gesundheitsreform, der Tod Osama Bin Ladens oder die Finanzmarktreform – doch irgendwie musste auch noch ein neuer Sound her.

Und er fand ihn: Die Amerikaner, bat der Präsident, sollten noch Geduld haben. Das Land sei auf dem richtigen Weg, doch was sich in Jahrzehnten an Schwierigkeiten angesammelt habe, lasse sich nicht in wenigen Jahren beseitigen. „Unsere Probleme sind lösbar, unsere Herausforderungen können geschafft werden“. Der Weg dahin möge schwierig sein, „aber er führt in eine bessere Zukunft“.

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"Eine Wahl zwischen zwei verschiedenen Wegen für Amerika"

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  • Die Wahrheit ist doch, dass Obama, nachdem die Republikaner 2010 die Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen konnten, aufgrund deren Blockadehaltung nichts mehr durchbringen konnte. Das ist ähnlich wie bei uns im Bundesrat, wo die Steuersenkung aufgrund des Widerstands von SPD und Grünnen nicht zustande kommt. Nur dass in den USA alle Gesetze von beiden Kammern verabschiedet werden müssen. In der Innenpolitik ist der mächtigste Mann der Welt somit ziemlich hilflos.

  • Geduld.... wir brauchen noch eine Weile um das Land ganz in den Abgrund zu bringen ......
    Genau so wie in Europa.....

  • was wollen denn die satrapen des großen geldes reißen.

    die dürfen die gewinnvoraussetzungen erhalten mit gewalt nach außen und innen und ansonsten dem volk versprechen und es nasführen

    GODS OWN COUNTRY auf dem weg ins schattenreich

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