Parteizeitung: Castro so zäh wie Tropenholz
„Friedliche Machtübergabe hat begonnen“

Die Verwirrung um den den Gesundheitszustand von Staatschef Fidel Castro wächst. Während Vizepräsident Carlos Lage und die kommunistische Parteizeitung „Granma“ sich bemüht zeigen, den Spekulationen um die schlechte Verfassung des „Kommandanten" eine Ende zu setzen, lässt eine Aussage von Staatsratmitglied Fernandez Retamar aufhorchen: Nach der Erkrankung des Präsidenten habe Kuba mit der friedlichen Machtübergabe begonnen, teilte er am Montag mit.

HB HAVANNA. Die Erwartung der US-Regierung, dass Kuba nun im Chaos versinke, sei nicht erfüllt worden, sagte der führende kubanische Intellektuelle. „Sie haben nicht damit gerechnet, dass eine friedliche Nachfolge möglich ist“, erklärte der Schriftsteller. „Die friedliche Übergabe hat stattgefunden.“ Fernandez Retamar ist das erste Mitglied der kubanischen Regierung, das von einer Machtübergabe spricht.

Ein Parteifunktionär mittleren Ranges sagte indes in Havanna, Castro habe die Intensivstation verlassen. Es gehe ihm „so gut, wie man es bei seinem Alter erwarten kann". Allerdings werde Castro vielleicht künftig sein Arbeitspensum einschränken müssen. Wegen einer Darmoperation hatte Castro vor einer Woche die Amtsgeschäfte „vorübergehend“ an seinen Bruder Raul übergeben.

Erst am Montag hatte die Parteizeitung „Granma“ berichtet, Castro befinde sich weiterhin auf dem Wege der Besserung. Das Blatt zitierte einen Freund, der Castro am Krankenbett besucht habe, mit den Worten, er sei „beeindruckt“, wie sehr sich der „Kommandant“ erholt habe. Der Mann, dessen Name nicht genannt wurde, habe Castros Widerstandsfähigkeit mit einem Baum aus hartem Holz (Caiguairán) verglichen.

Damit reagierte die provisorische Regierung offenbar auf Berichte aus dem Ausland und in Havanna, denen zufolge Castro an Darmkrebs erkrankt sei. Die Krebserkrankung war bereits am Sonntag vom stellvertretenden Präsidenten Carlos Lage dementiert worden.

In der Information des Parteiorgans wird der in Lateinamerika verbreitete Caiguairán als ein Baum beschrieben, der „unverweslich, kompakt und von einer außerordentlichen Härte“ sei. Aus seinem Holz würden dauerhafte Werke hergestellt.

Am Montag der vergangenen Woche hatte der fast 80 Jahre alte Castro die Führung des Inselstaates an eine provisorische Regierung unter seinem Bruder Raúl übertragen. Offiziell heißt es, dass der Genesungsprozess bis Anfang Dezember dauern werde. Dann soll auch der 80. Geburtstag Castros vom 13. August nachgefeiert werden.

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