Paul Ryan im Porträt
Vom Praktikant zum republikanischen Vordenker

Der republikanische Vize-Kandidat polarisiert die Massen. Fest steht: Paul Ryan gilt als konservativer Hardliner. Sein umstrittenes Haushaltskonzept könnte im Wahlkampf eine gewichtige Rolle spielen.
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New YorkPaul Ryan gibt gern den Anführer. Auch beim Sport. Jeden Morgen im Fitnessstudio der Kongressabgeordneten auf Capitol Hill trifft er sich mit rund einem Dutzend anderer Parteikollegen auf eine Runde "P90X". Liegestütze, Sit-ups, Klimmzüge, Ausdauertraining, Karate und Yoga - Paul Ryan führt den Trupp an. Alle paar Monate kommt sogar der Erfinder des angesagten Fitnesstrainings, Tony Horton, dazu. "Es ist ein großartiges Work-out, weil es deinen ganzen Körper fordert", schwärmt Ryan Ende 2010 in einem Interview mit dem Branchendienst Politico.

Mit seiner jugendlichen Art sammelt der frisch gekürte Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten wichtige Sympathiepunkte. Der 42-Jährige, der nun an der Seite des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney Wahlkampf machen wird, muss das ausgleichen, was Romney fehlt: Ryan ist charismatisch, er steht für Inhalte und scheut sich nicht, seine Meinung gegen Widerstände zu verteidigen.

Schon jetzt werde er von Romneys Wahlkampfstrategen staatstragend "der Partner" genannt, berichten US-Medien. Romneys Team sieht Ryan in einer starken Position. Er soll ein Vizepräsident werden, der eng mit Romney zusammenarbeitet und - sollte Romney die Wahl gewinnen - an den Erfolgen in den ersten 100 Tagen im Amt maßgeblich beteiligt ist.

Ryan ist kein Mann der zweiten Reihe. Der Abgeordnete aus dem Bundesstaat Wisconsin wurde 1998 zum ersten Mal ins Repräsentantenhaus gewählt - da war er gerade einmal 28. Sieben Mal schon hat er die Wiederwahl gewonnen und versucht es jetzt ein achtes Mal. Die Gesetze in Wisconsin erlauben es ihm, neben seiner Kandidatur um die Vizepräsidentschaft auch für die Wiederwahl im Kongress zu kandidieren. Sollten Romney und Ryan ins Weiße Haus einziehen, findet in Ryans Bundesstaat eine gesonderte Abstimmung um seinen Sitz statt.

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