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Paul Volcker: Obama-Berater: Krise womöglich schlimmer als in 30er Jahren

Die Weltwirtschaft durchläuft nach den Worten des obersten Wirtschaftsberaters des US-Präsidenten womöglich eine noch schlimmere Krise als in den 30er Jahren. Barack Obama selbst beteuerte indes seinen Glauben an ein privates Bankensystem.

Obama-Berater Paul Volcker rät zur Vorsicht.
Obama-Berater Paul Volcker rät zur Vorsicht.

HB NEW YORK. „Ich kann mich keiner Zeit entsinnen - möglicherweise nicht einmal während der Weltwirtschaftskrise -, in der sich die Dinge so schnell abwärts entwickelt haben, und so sehr im Gleichschritt rund um die ganze Welt“, sagte am Freitag Paul Volcker, den der neue Staatschef Barack Obama an die Spitze seines persönlichen Teams aus Wirtschaftsberatern berufen hat. Der Kapitalismus werde die Krise aber in den meisten Aspekten überleben.

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Volcker sprach sich für eine größere internationale Angleichung der Bilanzregeln aus, äußerte sich aber skeptisch über eine zügige Reform des Finanzsystems. Er rate angesichts der anhaltenden Dynamik zur Vorsicht bei der Umsetzung neuer Vorgaben, sagte er. Zur Frage einer möglichen Verstaatlichung von US-Banken hielt er sich zurück. Große Finanzinstitutionen müssten immer vom Staat unterstützt werden, versprach der frühere Notenbankchef. Sie sollten aber gleichzeitig auch strenger beaufsichtigt werden.

Zuvor hatte ein hochrangiger US-Senator hat eine Verstaatlichung von amerikanischen Banken nicht ausgeschlossen. Die Regierung von Präsident Barack Obama wolle diesen Schritt vermeiden, sagte der Vorsitzende des ankenausschusses, Christopher Dodd, am Freitag der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Verstaatlichung einer Bank „kann jedoch geschehen“.

Ängste vor einem solchen Schritt bescherten den Aktien der US-Großbanken Citigroup und Bank of America den sechsten Tag in Folge starke Verluste. Beide Institute bemühten sich zwar, die Befürchtungen der Anleger zu zerstreuen. Die Titel der Citigroup gaben bis zum Mittag dennoch über 24 Prozent nach, die der Bank of America um über 21 Prozent. Beide Aktienkurse haben im vergangenen Jahr bereits über 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt.

Händler werteten die Talfahrt als Anzeichen dafür, dass die Märkte eine Verstaatlichung der Institute als sehr wahrscheinlich betrachten. Das US-Finanzministerium will in den kommenden Wochen bis zu 25 Großbanken einem „Stresstest“ unterziehen, um zu prüfen, welches der Institute weiteres Kapital braucht.

Die Bank of America erklärte indes, man sehe keine Gründe für die Verstaatlichung einer Bank, die profitabel sowie gut kapitalisiert sei und aktiv Kredite vergebe. Ein Sprecher der Citigroup teilte mit, die Kapitalbasis des Instituts sei „sehr stark“ und die Kernkapitalquote (Tier 1) gehöre zu den höchsten der Branche. Die Bank konzentriere sich weiter darauf, Vermögenswerte und Ausgaben zu reduzieren.

Die Kreditkartenfirma Redecard bestätigte indes am Freitag Berichte, wonach sich Citigroup teilweise oder vollständig von ihrem 17-Prozent-Anteil an dem brasilianischen Unternehmen trennen will. Kreisen zufolge könnte die angeschlagene Großbank mit dem Verkauf rund 1,3 Mrd. Dollar erlösen. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, es werde erwartet, dass die ebenfalls an Redecard beteiligte brasilianische Bank Itau einen Teil der Citigroup-Anteile übernehmen werde.

US-Präsident Barack Obama versuchte, die Angst vor Verstaatlichungen zu zerstreuen. „Lassen Sie mich so gut wie ich nur kann versichern: Diese Regierung ist weiterhin fest davon überzeugt, dass ein privates Bankensystem der richtige Weg ist“, sagte Obamas Sprecher Robert Gibbs am Freitag in Washington. „Das ist unsere Überzeugung seit einiger Zeit und wir bleiben dabei.“

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