Paulsen: „Ende der Krise nicht in Sicht“
Deutschland und Frankreich vereinbaren koordiniertes Vorgehen

In einem Telefonat mit Angela Merkel hat US-Präsident George W. Bush die Kanzlerin zu mehr Zusammenarbeit in der Finanzkrise aufgerufen. Genau das hat die Kanzlerin am Mittwochabend mit Frankreichs Präsident Sarkozy verabredet. Auch US-Finanzminister Paulsen spricht sich für enge internationel Abstimmungen aus. Eine Ende der Krise sei aber noch nicht in Sicht.

HB PARIS/WASHINGTON. Frankreich und Deutschland haben nach Angaben der Regierung in Paris eine volle Zusammenarbeit in der Finanzkrise verabredet. Darauf hätten sich Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Gespräch geeinigt, teilte das Präsidialamt in Paris am Mittwochabend mit. Die beiden Regierungschef hätten zudem die konzertierte Senkung der Leitzinsen in Europa und den USA begrüßt. Mit diesem Schritt haben die Notenbanken am Mittwoch versucht, die Märkte zu beruhigen.

Zuvor hatte US-Präsident George W. Bush in einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur internationalen Zusammenarbeit in der Finanzkrise aufgerufen. Bush habe Merkel am Mittwoch angerufen, um mit ihr über die Maßnahmen der USA zur Stabilisierung der Märkte zu diskutieren, teilte das US-Präsidialamt mit. Thema sei auch gewesen, wie wichtig es sei, "dass alle Länder zusammenarbeiten, um unsere Maßnahmen angesichts der Probleme, vor denen die Weltwirtschaft steht, zu koordinieren", sagte Sprecherin Dana Perino. Ein Regierungssprecher in Berlin nannte ebenfalls keine weiteren Einzelheiten.

Auch US-Finanzminister Henry Paulson hat sich angesichts der weltweiten Finanzkrise für eine enge Abstimmung der betroffenen Staaten ausgesprochen. Er habe zu diesem Zweck eine Sonderkonferenz der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) vorgeschlagen, sagte Paulson am Mittwoch in Washington. Dabei sollen sich die Teilnehmer untereinander koordinieren, um die Folgen der Krise und die Abschwächung der Konjunktur in den jeweiligen Ländern zu verringern.

„Obwohl die Aufgabe nicht leicht ist, fühle ich mich jedes Mal wieder durch die Zusammenarbeit mit meinen internationalen Kollegen ermutigt“, sagte er. Äußerungen aus Europa nannte der Finanzminister „hilfreich“. Paulson sprach sich aber auch dafür aus, dass unterschiedliche Länder auch verschiedene Wege wählen, um der Krise Herr zu werden. „Es würde keinen Sinn ergeben, wenn wir identische Politikansätze verfolgen“, sagte er. Die koordinierte Leitzinssenkung von sechs Notenbanken vom Mittwoch sei aber ein Beleg, dass die internationale Zusammenarbeit funktioniere.

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