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Payday-Loanshops: Letzte Station vor dem Abstieg

Die Kreditkarte ist überzogen, die Schulden drücken und die letzten Spargroschen sind ausgegeben: Für immer mehr US-Bürger sind Payday-Loanshops die letzte Hoffnung. Die Geldgeber vergeben Kredite an Lohnempfänger, denen keine Bank mehr Geld leihen würde. Bisher hat die Regierung nur halbherzig reagiert, doch der Wahlkampf eint selbst politische Gegner.

Dollars sind für viele verschuldete US-Bürger nur über Payday-Loanshops erhältlich. Foto: Reuters Quelle: Reuters
Dollars sind für viele verschuldete US-Bürger nur über Payday-Loanshops erhältlich. Foto: Reuters Quelle: Reuters

LOS ANGELES. Franklin D. Roosevelt nannte das Problem beim Namen und sprach den Menschen aus der Seele. Am 4. April 1933, am Tiefpunkt der großen Depression, sagte er der Finanzbranche den Krieg an: "Die Praktiken der skrupellosen Geldwechsler stehen im Mittelpunkt der öffentlichen Kritik, verurteilt von unser aller Herzen und Verstand", beschwor der künftige US-Präsident bei seiner Amtseinführung. "[...] Selbst wenn aller Kredit verspielt ist, ist ihr einziger Vorschlag, noch mehr Geld zu leihen." Und Geschichte wiederholt sich: 2008 sind die Banken wieder pleite und die Bürger der USA sehen sich als Opfer skrupelloser Banker. Doch längst sind es nicht mehr nur Wall-Street-Banker, die die Wut der Menschen on Main Street auf sich ziehen. Es haben neue Geldwechsler im Tempel Platz genommen.

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Die Profiteure der weltweiten Finanzkrise haben so phantasievolle Namen wie "Moneytree", "Cash Direct" oder "Cash Advance". Diese so genannten "Payday Loan Shops" schießen wie Pilze aus dem Boden. Payday Loans sind ein weitgehend unregulierter Zweig der US-Finanzbranche. Sie sind die schmutzigen kleinen Brüder der Subprime Loans. Als Sicherheit für die üblicherweise ein bis zwei Wochen laufenden Finanzspritzen wird der nächste Gehaltsscheck abtreten. Eine erster, nicht zurückgezahlter Payday Loan wird für immer mehr US-Bürger der Beginn einer unaufhaltsamen Schuldenspirale. Minikredite für rund 40 Milliarden Dollar jährlich werden in den USA ausgegeben.

Lange war es nur ein Minderheitenproblem. Schwarze, Latinos, allein erziehende Mütter, Sozialhilfefälle waren die Hauptkundschaft in den schmucklosen Billigbüros an den Ausfallstraßen der großen Städte. Doch das Bild wandelt sich; immer mehr Weiße drücken sich zum ersten Mal verschämt vor den Türen herum wie Teenager um einen Pornoshop, bevor sie mit einem beherzten Schritt die Schwelle vom geachteten, normalen Bankkunden zum Notfall überschreiten.

Mittlerweile gibt es in den USA weit über 22 000 solcher Kreditbüros. Das ist mehr als alle McDonalds- und Starbucks-Filialen zusammen Und so wie damals Roosevelt ist heute ein Demokrat, der sich der Seele der geschundenen Mittelklasse annimmt: Barack Obama. Er sagte in seinem Wahlprogramm schon Anfang 2008 den Loan Shops den Kampf an. Und jetzt haben seine Forderungen ungeahnte Brisanz gewonnen. Denn die Stimmen der Mittelklasse könnten inmitten der neuen Depression den Ausschlag geben.

Wer hierher kommt, hat keine andere Wahl mehr; es gibt tausend Gründe, warum auch normale Angestellte und Arbeiter immer öfter zu viel Monat am Ende vom Geld übrig haben. Die unerwartete Krankenhausrechnung, die explodierenden Hypothekenkredite, die ersparten Dollars im Finanz-Tsunami der Wall Street abgesoffen und der Kreditrahmen hoffnungslos überzogen.

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