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27.03.2008 

26 ausgewählte Journalisten von 19 ausländischen Medien machen sich bereit, um begleitet von chinesischen Aufpassern die Reise nach Lhasa anzutreten. Foto: apLupe

26 ausgewählte Journalisten von 19 ausländischen Medien machen sich bereit, um begleitet von chinesischen Aufpassern die Reise nach Lhasa anzutreten. Foto: ap

Der Druck auf ausländische Korrespondenten in Peking hat sich inzwischen weiter verstärkt. Nach Informationen des Handelsblatts wurden am Wochenende führende chinesische Medien vom Informationsministerium in Peking nicht nur angewiesen, prominent über Fehler in der Berichterstattung von ausländischen Medien zu berichten. Sie seien auch gedrängt worden, Namen und Telefonnummern von Auslandskorrespondenten in Peking zu veröffentlichen.

Dass die Propagandaabteilung der chinesischen Regierung den staatlich kontrollierten Medien die Platzierung von Geschichten oder die Kommentierung vorgibt, kommt häufig vor. Der Aufforderung, Kontaktdaten von Journalisten öffentlich zu machen, kamen chinesische Zeitungen und Internetseiten allerdings nicht nach. Dennoch gab es bereits Schmähanrufe bei ausländischen Journalistenbüros in Peking, darunter auch bei deutschen Medienvertretern. Der FCCC hat inzwischen allen ausländischen Medien geraten, besonders „wachsam“ zu sein und die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen.

Wie bei den anti-japanischen Protesten im Frühjahr 2005, bei denen es in mehreren chinesischen Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam, formieren sich auch die jüngsten Proteste vor allem im Internet. Wie die staatlich kontrollierte „China Daily“ gestern berichtete, haben Auslandschinesen eine Internetseite als Gegenpol zu der aus ihrer Sicht zu einseitigen Tibet-Berichterstattung eröffnet (www.anti-cnn.com). In einem öffentlichen Brief werden zudem alle Chinesen aufgerufen, sich gegen die „westlichen Goebbels-Nazi-Medien“ zu wehren.

Auf der Internetseite von „China Daily“ machen anonyme Schreiber auch gegen westliche Staaten – vor allem Deutschland, Frankreich und Großbritannien – Stimmung. „Glaubt nicht, dass ein westliches Land China als Partner ansehen wird“, schrieb ein Kommentator. „Wir sollten uns verbünden, um gegen sie zu kämpfen.“ In China erscheinen Online-Kommentare erst nach einer strengen Zensurkontrolle. Inzwischen werden auch Aufrufe gegen ausländische Firmen laut. Da in einigen EU-Ländern der Ruf nach einem Olympiaboykott aufgekommen sei, sollte China seine Milliardenbestellung bei Airbus zurücknehmen, forderte etwa ein Online-Schreiber.

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